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08.10.2015

Greenpeace: "Das ist kein PR-Gag"

Es war ein Coup, als Greenpeace am Dienstag ankündigte, die Braunkohlesparte von Vattenfall kaufen zu wollen. Schwedens Greenpeace-Chefin Annika Jacobson erklärt, wie sie das bezahlen will.

Warum sie dem begonnenen Braunkohleausstieg in Deutschland nicht traut und was sie mit den Kraftwerken und Tagebauen im Falle eines Kaufs machen würde.

klimaretter.info: Frau Jacobsen, Ihre Organisation hat öffentlich ihr Interesse bekundet, das Braunkohlegeschäft von Vattenfall in Deutschland zu kaufen. Ist das eine PR-Aktion?

Annika Jacobsen: Nein, ist es nicht. Unser Interesse ist sehr ernst gemeint. Das heißt allerdings nicht, dass wir uns am Ende zwangsläufig für den Kauf entscheiden werden. Der Brief, in dem wir unser Kaufinteresse erklärt haben, ist die einzige Möglichkeit, um festzustellen, ob ein Kauf realistisch wäre. Zurzeit haben wir nicht mehr Information als die Zeitungsleser.

Also doch eher ein PR-Gag?

Das ist ganz sicher kein PR-Gag, sondern unser voller Ernst. Greenpeace hat Ähnliches auch schon früher gemacht. Als Vattenfall ein neues AKW in Schweden bauen wollte, haben wir über den Kauf des Grundstücks diskutiert. Bislang dient der "Letter of Interest" dazu, uns ein realistisches Bild über die Forderungen von Vattenfall zu verschaffen.

Geschätzte zwei Milliarden Euro sind die Kraftwerke wert, wie will Greenpeace das bezahlen?

Wir glauben nicht, dass es so teuer wird. Rosig ist die Zukunft der Braunkohlebranche nicht. Wirtschaftliche und politische Unsicherheit machen das Kohlegeschäft sehr riskant. Wir schätzen, dass der Preis ziemlich niedrig sein wird. Um das aber mit Sicherheit zu wissen, haben wir den Brief geschickt.

Es heißt, dass Sie das Geld durch Crowdfunding, Spenden und Mitgliederbeiträge zusammenbekommen wollen. Das erscheint doch ziemlich unrealistisch.

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | Interview: Anna Skowron 2015

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