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27.08.2017

GRÜNE: Dreckiger Kohlestrom im Überfluss

Deutschland erzeugt Strom im Überfluss. In den letzten fünf Jahren haben sich die deutschen Stromexportüberschüsse fast verzehnfacht und lagen 2016 bei rund 54 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht der Stromerzeugung der fünf größten deutschen Atomkraftwerke im Jahr 2016.

Die Kohlekraft läuft und läuft

Eine aktuelle Analyse zeigt anhand von acht Beispielphasen, dass die starre Fahrweise konventioneller Kraftwerke zu den Überschüssen führt. Vor allem Braunkohle- und Atomkraftwerke passen ihre Stromerzeugung viel zu wenig auf die erneuerbaren Energien und den tatsächlichen Verbrauch an. Steinkohlekraftwerke werden zwar variabler betrieben, ihre Leistungsreduzierung reicht aber nicht aus, um bei hoher Windenergie- und PV-Einspeisung eine ausgeglichene Angebot-Nachfrage-Situation im Strommarkt zu erreichen. Und so entstanden im letzten Jahr häufig Situationen, in denen Überschussstrom schnell ins Ausland exportiert wurde.

Sauberer Strom wird abgeschaltet

Von den Kraftwerksbetreibern werden die Stromüberschüsse häufig der schwankenden Wind- und Solarenergie angelastet. Doch die Realität sieht anders aus. Die Braunkohlekraftwerke laufen auf Hochtouren, auch wenn ihr Strom gar nicht gebraucht wird. Sie schädigen das Klima, gefährden die Versorgungssicherheit und verursachen unnötige Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn, weil der Kohlestrom die Netze verstopft, werden Windräder abgeschaltet. Die fällige Entschädigung müssen die Stromkunden bezahlen.

Kohleausstieg jetzt: Sofort!

Am Kohleausstieg führt kein Weg vorbei. Nicht nur aufgrund unserer klimapolitischen Verpflichtungen, sondern auch wegen des bevorstehenden Desasters am Strommarkt, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen, sondern an der Bereitschaft, aus der Kohle auszusteigen. Das ist der Grund, warum wir bei der Energiewende nicht vorankommen.

Deutschland könnte auch jetzt schon deutlich mehr Klimaschutz machen, wenn die Bundesregierung handeln würde. Für die stabile Stromversorgung ist schon jetzt viel mehr Kohlestrom verzichtbar, als die Regierung zugeben möchte. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass in der neuen Legislaturperiode die 20 schmutzigsten Kohlemeiler als erstes abgeschaltet werden. Wenn wir unsere Klimaziele von Paris einhalten wollen, müssen wir bis 2030 komplett raus aus der Kohle. Strom haben wir trotzdem mehr als genug.

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Quelle   Bündnis90/Die Grünen / Bundestagsfraktion 2017

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