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26.10.2017

Jamaika-Sondierungen zu Energie und Klima

Kohlestrom halbieren, Erneuerbaren Strom verdoppeln. Die Klimaziele sind nur mit einer Verdoppelung des Ausbaus von Wind und Solarenergie zu erreichen – Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Sofortmaßnahmen bis 2020 und neue Ausbauziele für erneuerbare Energien bis 2030.

Um den CO2-Ausstoss bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, müssen erneuerbare Energien doppelt so schnell ausgebaut werden wie bisher. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ruft die Koalitionäre in Berlin auf, das Klimaziel erreichbar zu machen.

Das bedeutet mindestens eine Halbierung der Kohlestromerzeugung von derzeit 260 Milliarden Kilowattstunden, um damit 130 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 einzusparen. 130 Milliarden Kilowattstunden müssen dann aus erneuerbaren Quellen kommen.

„Der Ausstieg aus der Kohle ist der effektivste Weg, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Mit kurzfristigen Sofortmaßnahmen für Erneuerbare können Teile des wegfallenden Kohlestroms ersetzt werden“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Beispielsweise könnten bereits genehmigte Windprojekte, die bei den letzten Ausschreibungen nicht zum Zuge gekommen sind, den Ausgleich leisten. So sind in Süddeutschland nur sehr wenige Projekte in der Ausschreibung erfolgreich gewesen.

„Die ausgeschriebene Menge an Windkraft an Land muss von jetzt 2900 auf 5800 Megawatt netto pro Jahr verdoppelt werden. Das entspricht etwa 2000 neuen Anlagen pro Jahr“, rechnet Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH vor. In den letzten Ausschreibungsrunden hat sich gezeigt, dass im Süden nur noch ganz wenige Windmühlen einen Zuschlag bekommen. Die neue Bundesregierung muss diese Schieflage beseitigen. Auch der Offshore-Zubau muss aus Sicht der DUH von jetzt etwa 900 Megawatt auf 1800 Megawatt pro Jahr verdoppelt werden. Bei Solarenergie müssen 5000 Megawatt statt wie bisher 2500 Megawatt pro Jahr installiert werden.

Die DUH fordert, die Verdoppelung des Ausbautempos der Erneuerbaren bis mindestens 2030 beizubehalten. Nur so könne der weitere Ausstieg aus der Kohle und auch der restliche Atomausstieg ab 2022 kompensiert werden. Der Atomausstieg schlägt mit 85 Milliarden Kilowattstunden zu Buche, die durch Erneuerbare ersetzt werden müssen.

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Quelle   Deutsche Umwelthilfe 2017

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