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19.08.2017

Klimakrise als "Konfliktverschärfer"

Die Flüchtlingskrise spielt im Bundestagswahlkampf kaum eine Rolle, ihre Ursachen schon gar nicht. Erledigt hat sich das Problem aber bei Weitem nicht, warnen jetzt die Grünen und fordern ein Frühwarnsystem für Klimakrisen. Von Joachim Wille

Angesichts der Prognosen von weltweit 200 Millionen Umweltflüchtlingen und mehr fordert die Partei, die Klimapolitik als festen Bestandteil der Außen- und Sicherheitspolitik zu etablieren und mehr Geld für Klimaschutz und -anpassung in den Entwicklungsländern bereitzustellen. Die Bundesregierung müsse die restliche Zeit ihrer G20-Präsidentschaft nutzen, dies voranzubringen – auch und gerade angesichts von Donald Trumps Ausstieg aus dem Paris-Vertrag.

In einem außenpolitischen Positionspapier warnen jetzt führende Bundespolitiker der Grünen davor, dass die Klimakrise in vielen armen Ländern zunehmend als "Konfliktverschärfer" mit entsprechenden Folgen für die Migration wirken wird. Die Zunahme extremer Wetterereignisse, lang anhaltende Dürren oder die Verschiebung von Regenzonen befeuerten bereits bestehende Konflikte und schüfen neue, heißt es in dem Papier. Aufgabe der Politik müsse es sein, die Konfliktverstärker zu identifizieren und durch vorbeugendes Handeln "weitestgehend zu verhindern oder zumindest einzugrenzen und zu kontrollieren". Autoren des Textes sind die Umwelt- und Außenpolitiker Annalena Baerbock, Bärbel Höhn, Omid Nouripour und Jürgen Trittin.

Es seien nicht in erster Linie die klimatischen Veränderungen selbst, die Konflikte anheizen. "Vielmehr können Klimarisiken dort, wo die Situation ohnehin schon angespannt ist, zu einer Verschärfung von Konflikten und weiteren Eskalationen führen." Diesem Zusammenhang müsse deutlich mehr politische Beachtung geschenkt werden.

Konkret schlägt die Politiker-Gruppe eine Art Frühwarnsystem vor, das von den Botschaften der Bundesrepublik und den europäischen Auslandsvertretungen in den jeweiligen Ländern gespeist wird. Dazu sollten die üblichen Länderanalysen standardmäßig um den Aspekt der Klimafolgen erweitert werden. "So können Strategien entwickelt werden, die der Verquickung von Fragilitätsrisiken mit der Klimakrise besser Rechnung tragen", schreiben die Grünen.

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   Der Hintergrund wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (Joachim Wille) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!

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