Ad

Anzeige

Zurück zur Übersicht

10.11.2018

Kohle-Kompromiss von BUND, Greenpeace und DNR

Verbände schieben 2020er Klimaziel auf 2022

Eine Woche vor der nächsten Sitzung der Kohlekommission legen drei Umweltverbände einen Vorschlag für einen beschleunigten Kohleausstieg vor. Danach sollen bis 2022 rund 16.000 Megawatt Kohlekraft vom Netz. Um das besonders der Braunkohlezu erleichtern, soll die "Sicherheitsbereitschaft" deutlich ausgeweitet werden.

Gegenwärtig brütet die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission über den Kapiteln ihres Berichts, die politisch die größte Sprengkraft haben: Was muss die Bundesrepublik tun, um ihren Klimazielen noch möglichst nahe zu kommen, und wie viele Kohlekraftwerke müssen dazu bis wann abgeschaltet werden?

Bis zu 7.000 Megawatt, einschließlich der ohnehin beschlossenen "Sicherheitsbereitschaft" von 2.700 Megawatt, in den nächsten zwei, drei Jahren stillzulegen – zu mehr hat sich Bundespolitik bisher nicht bekennen können. Und auch diese Zahl stammt noch aus den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen im letzten Jahr.

Um das Klimaziel von minus 40 Prozent CO2 bis Ende 2020 sicher zu schaffen, müssen, wie nicht wenige Studien sagen, in den nächsten beiden Jahren insgesamt 20.000 Megawatt Braunkohle- und Steinkohlekapazität vom Netz. Das ist mittlerweile ziemlich unrealistisch geworden und ohne Zweifel ein Grund dafür, warum die drei Umweltverbände, die in der Kohlekommission sitzen – BUND, Greenpeace und der Dachverband Deutscher Naturschutzring – jetzt einen Kompromissvorschlag eingebracht haben. Er ist in einem Klimareporter° vorliegenden elfseitigen Textentwurf zum Kapitel 4 des Berichts der Kohlekommission enthalten.

Um gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, sollen zunächst aus Sicht der Umweltschützer keine Dörfer mehr für Tagebaue umgesiedelt und abgerissen werden und der erhaltene Rest des Hambacher Forsts stehen bleiben.

Dann versuchen die Verbände herauszuarbeiten, wie viel Kohlekapazität in den nächsten Jahren überhaupt am Netz ist. Ende 2017 waren es, so der Ausgangspunkt, bei Steinkohle 22.700 und bei Braunkohlekraftwerke 20.000 Megawatt. Durch die Braunkohle-Sicherheitsbereitschaft und weitere angemeldete Stilllegungen bei Steinkohle von 2.400 Megawatt werde die Kohle-Leistung zwar sinken, ab 2019 werde aber das neue Kraftwerk Datteln 4 rund 1.000 Megawatt zusätzlichen Kohlestrom erzeugen.

Deutlicher Schnitt vor allem im Westen

Alles in allem rechnen die Verbände damit, dass 2020 etwa 18.000 Megawatt Braunkohle und 21.000 Megawatt Steinkohle laufen – davon sollen dann insgesamt bis 2022 rund 16.000 Megawatt abgeschaltet werden, also gut 40 Prozent.

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

Zurück zur Übersicht

Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Jörg Staude) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

Das könnte sie auch interessieren