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11.04.2017

Konventionelle Kraftwerke blockieren Energiewende

„Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass konventionelle Kraftwerke die Netze verstopfen, während sauberer Strom abgeregelt wird“, kommentiert Harald Uphoff den heute veröffentlichten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur. 

Dieser belegt, dass nur ein sehr kleiner Teil des trägen konventionellen Kraftwerkssockels zur Netzstabilität erforderlich und die konventionelle Stromerzeugung weiterhin viel zu hoch ist.

„Der weitaus größte Teil des konventionellen Erzeugungssockels ist netztechnisch nicht erforderlich und blockiert die Einbindung Erneuerbarer Energien. Das Bundeswirtschaftsministerium sollte die Bundesnetzagentur dazu auffordern, den gesetzlichen Vorrang Erneuerbarer Energien gegenüber den konventionellen Kraftwerken durchzusetzen, anstatt diesem Marktversagen nur zuzuschauen und Berichte zu schreiben“, so Uphoff, der kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE).

In den analysierten Stunden haben laut Monitoringbericht 23 bis 28 Gigawatt konventionelle Stromerzeugung eingespeist. Nur ein kleiner Teil dieser Erzeugung, etwa 3 bis 4,5 Gigawatt, ist jedoch für einen sicheren Netzbetrieb erforderlich. Besonders starr sind die Atom- und Braunkohlekraftwerke.

Die wesentliche Ursache der starren Fahrweise sieht die Bundesnetzagentur in den technischen Restriktionen der Kraftwerke. Zurecht verweist sie darauf, dass die Erneuerbaren Energien in Zukunft immer mehr Systemdienstleistungen übernehmen werden. Die Bundesnetzagentur weist auch darauf hin, dass es ökonomische Anreize für die Kraftwerksbetreiber gibt, ihre Kraftwerke selbst zu Zeiten niedriger Börsenstrompreise weiterlaufen zu lassen.

Leider macht die Bundesnetzagentur keine Vorschläge, wie der gesetzliche Einspeisevorrang Erneuerbarer Energie gegenüber konventioneller Erzeugung in der Praxis durchgedrückt werden kann. Genau diese Durchsetzung wäre jedoch Aufgabe der Bundesnetzagentur und der Netzbetreiber. Der Verweis darauf, dass 2019 ein weiteres, dann detaillierteres Monitoring folgen soll, greift zu kurz.

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Quelle   Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) 2017

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