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14.01.2018

Noch mehr Atomwaffen und Abschreckungsrhetorik

Überprüfung der US-Atomwaffendoktrin 2018 - Das neue Atomwaffenkonzept der US-Regierung setzt auf Aufrüstung und gesteigerte Abschreckungsrhetorik.

Das kritisieren die Friedensorganisationen IPPNW und ICAN Deutschland. Soeben hatte die Huffington Post den Entwurf der neuen „Nuclear Posture Review“ der Trump-Administration veröffentlicht. „Die in dem Papier dokumentierte Absicht, neue Atomwaffen mit niedriger Sprengkraft zu entwickeln, ist alarmierend.

Damit wird die Schwelle für einen Atomkrieg gesenkt und ein Atomwaffeneinsatz wird wahrscheinlicher“, kritisiert Xanthe Hall, IPPNW-Abrüstungsexpertin und Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. Sie erinnerte daran, dass die Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, auch lediglich eine „niedrige“ Sprengkraft von 12,5 Kilotonnen gehabt haben. Diese Bomben haben jedoch hunderttausende Menschen getötet.

Zudem will die Trump-Administration auch konventionelle Angriffe mit Atomwaffen abschrecken. Präsident Obama hatte die Doktrin von George W. Bush dahingehend geändert, dass lediglich Angriffe mit Massenvernichtungswaffen durch die Drohung eines Atomwaffeneinsatzes abgeschreckt werden. In dem Dokument verabschiedet sich die USA darüber hinaus von der Abrüstungsverpflichtung und einer zeitnahen Beendigung des Wettrüstens gemäß Artikel VI des Atomwaffensperrvertrages.

„Die Ächtung von Atomwaffen – wie im neuen UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen  vorgesehen – ist der einzige realistische Weg, diesem Wahnsinn entgegenzutreten und einen vorprogrammierten Atomkrieg zu verhindern“, erklärt Xanthe Hall abschließend.

Die finale Version des Papiers wird erst im Februar veröffentlicht. Der Entwurf wurde der Huffington Post jedoch vorab heimlich zugespielt. Das Pentagon lehnte jeglichen Kommentar ab.

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