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13.02.2016

Rückblick auf das Atomjahr 2015

Die Gundremminger Atomgefahren werden größer – die weltweite Wiederbelebung der Atomkraft blieb aus.

Deutschlands größtes und gefährlichstes Kernkraftwerk hat im Jahr 2015 viel Strom geliefert und unglaublich schlimmen Atommüll produziert. Zwei brisante Störfälle haben gezeigt, dass das Werk dem Ende entgegengeht. Weltweit blieb entgegen jahrelanger Propagandabehauptungen auch im Jahr 2015 die Wiederbelebung der Atomkraft aus. Hingegen wachsen PV und Windkraft.

Das AKW Gundremmingen hat im Jahr 2015 rund 20,3 Milliarden Kilowattstunden Strom geliefert. Und dabei so viel tödlich strahlenden Atommüll erzeugt, dass damit rechnerisch alle Menschen unserer Erde umgebracht werden könnten. Im Jahr 2016 wird das AKW Gundremmingen 50 Jahre alt. Ende 2015 hat dieses AKW schätzungsweise sein Zweimillionstes Kilogramm hochradioaktiven Atommüll erzeugt. Davon ist bis heute kein Kilo entsorgt. Ein unfassbares Verbrechen an unseren Nachkommen!

Zwei Störfälle haben im Jahr 2015 gezeigt, dass diese Atomanlagen nicht nur abgeschrieben und abgenutzt sind sondern auch gefährliche Arbeitsfehler sich häufen. Bis heute hat die Werksleitung nicht darüber informiert, warum im März 2015 beim Versuch, die Druckluft des stillstehenden Reaktors B abzuschalten, versehentlich die für die Betriebssicherheit existenzielle Druckluft des laufenden Reaktors C ausgeschaltet wurde. Bis heute ist auch nicht aufgeklärt, wie es im November beim Transport eines Spaltelementes zum Abriß des Kopfes kommen konnte, was zur kraftwerksinternen Freisetzung gefährlicher Strahlung hätte führen können. Der Bayerische Landtag hat jüngst beschlossen, dass die Aufsichtsbehörde hierüber im Landtag einen Bericht abgeben muss.

Das AKW Gundremmingen betreibt die letzten zwei von ehemals zehn Siedewasserreaktoren in Deutschland. Beide sind bilanziell seit etwa 2004 abgeschrieben und Technik der 1960er und 1970er Jahre. Beide haben keinen Nachweis, dass sie dem Absturz eines großen Flugzeugs standhalten. Beide sind nur noch genehmigt, weil bei der Neufassung des Kerntechnischen Regelwerks (KTR) von Bayern für das AKW Gundremmingen Ausnahmen durchgesetzt wurden. Bei beiden Reaktoren werden im Unterschied zu den Druckwasserreaktoren (DWR) die brisanten Abklingbecken nicht durch den Sicherheitsbehälter geschützt. Und anders als bei den DWR haben diese letzten beiden Siedewasserreaktoren Deutschlands nur einen Hauptkreislauf statt eines Primär- und Sekundärkreislaufs wie die DWR. So sind die zwei Gundremminger Reaktoren das gefährlichste AKW Deutschlands.

Weltweit blieb auch 2015 die Wiederbelebung der Atomkraft aus

Eine Auswertung der öffentlichen Statistiken der IAEA (Internationalen Atomenergieagentur) durch unsere Bürgerinitiative zeigt dies: Wie viele AKW-Reaktoren weltweit den Betrieb oder Bau beginnen und beenden


© Quelle IAEA PRIS [8.8.15] World Statistics t.w. wurden Zahlen nachträglich verändert. Baustellen werden wieder aufgegeben. Reaktoren nach langem Stillstand wieder in Betrieb genommen. *“Year-end Operational Reactors“ **10 – ca. 40 weitere Reaktoren in Japan sind de facto still gelegt


© IAEA, GWEC, Worldwatch, BWE + VDMA, WWEA

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