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01.07.2017

Trump will "Energierevolution"

Donald Trump plant nicht nur im eigenen Land eine Renaissance der fossilen Energien. Der US-Präsident hat weit darüber hinausgehende Pläne.

Wie Trump am Donnerstag in einer Rede im Energieministerium ankündigte, wollen die USA künftig den Weltmarkt für Energie dominieren – und zwar mit Atomkraft, Kohle, Öl und Gas. Die Rede ist im Wortlaut auf der Website des Weißen Hauses nachlesbar.

Die USA seien "gesegnet" mit einem "außergewöhnlichen Reichtum an Energie", sagte Trump unter dem Applaus der Ministeriumsmitarbeiter. Vor fünf bis zehn Jahren habe man davon noch gar nichts gewusst, behauptete er. Doch nun sei klar: Das Land verfüge über Erdgas für nahezu 100 Jahre und über "saubere, wunderschöne Kohle" für mehr als 250 Jahre. Zudem seien die USA ein "Top-Produzent von Erdöl". Die Energievorräte des Landes seien "nahezu unbegrenzt".

Mit diesen "unvorstellbaren Ressourcen", kündigte Trump an, werde seine Regierung nicht nur die "lang ersehnte" Energie-Unabhängigkeit anstreben, sondern auch eine "Energie-Vorherrschaft" – weltweit. Dies werde den USA "Millionen und Abermillionen von Jobs" bringen sowie "Billionen von Dollar an Wohlstand".

"Wir werden ein Exporteur sein", sagte Trump, wiederum unter dem Applaus der Mitarbeiter. "Wir werden den Markt beherrschen. Wir werden unsere Energie in die ganze Welt exportieren, um den ganzen Globus herum."

Die Energieexpertin Julia Verlinden und der frühere Umweltminister Jürgen Trittin, beide Abgeordnete der Grünen, sprachen von einer "fatalen" Ankündigung. Trump wolle die USA "zurück ins fossile Zeitalter katapultieren", mit dem US-Präsidenten gehe es "mit Volldampf ins letzte Jahrhundert". Die beiden Grünen warnten: "Wenn die USA als drittgrößter Treibhausgasproduzent dem Weltklima weiter einheizen wollen, wird das den Kampf gegen den Klimawandel erschweren." Den Weg in eine Welt mit erneuerbaren Energien werde aber auch der US-Präsident nicht aufhalten können.

Mit Blick auf den bevorstehenden G20-Gipfel forderten die Grünen-Politiker, dass Klimaschutz "keine Entscheidung des kleinsten gemeinsamen Nenners" mehr sein dürfe. Beim G7-Gipfel im Mai auf Sizilien hatte Trump schon verhindert, dass sich die Länder gemeinsam zum Klimaschutz bekennen. "Im Zweifel muss sich die Bundesregierung für eine Gipfelerklärung ohne die USA stark machen", forderten Verlinden und Trittin für das Gipfeltreffen nächste Woche in Hamburg.

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Es liegt in Merkels Hand  | Der Klimaaktionsplan der 20 wichtigsten Industriestaaten steht auf der Kippe. Auch ob es der Klimaschutz in die Abschlusserklärung des Hamburger G20-Gipfels schafft, ist weiter offen. Wie das Treffen ausgeht, liegt nun am Verhandlungsgeschick von wenigen Diplomaten. Eine Analyse von Susanne Götze und Sandra Kirchner - mehr

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (vk) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden! 

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