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11.05.2017

US-Umweltbehörde EPA entlässt unbequeme Wissenschaftler

US-Präsident Trump lässt die Umweltbehörde politisch weiter umbauen und Wissenschaftler durch Industrievertreter ersetzen. Indes lädt der neu gewählte französische Präsident US-amerikanische Klimaexperten per Facebook-Video nach Frankreich ein.

Mit zum Schönsten am Präsidenten-Dasein gehört für Trump wohl die Steuerung der Personalbesetzung in strategisch relevanten Positionen. Die US-Umweltbehörde EPA hat nun fünf Mitglieder des zentralen Wissenschaftsrates entlassen berichtet die New York Times. Die Klimaschutz-Experten sollen durch Vertreter genau jener Branchen ersetzt werden, die sie eigentlich regulieren sollten. Ein weiterer Schritt Trumps, um die Klimavereinbarungen zu untergraben und seine eigenen energiepolitischen Ziele durchzusetzen. „Die Leitung glaubt, dass wir Menschen an Bord haben sollten, die den Effekt der Regulierung auf die regulierten Branchen verstehen", äußerte sich EPA-Sprecher J. P. Freire dem Bericht der NYT zufolge.

Trump arbeitet ja nun schon länger an einem Umbau der EPA in seinem Sinne, er will auch das Budget kräftig kürzen. Die Regierung hatte den neuen Behördenleiter Scott Pruitt beauftragt, Reformen zum Klimawandel aus der Obama-Regierung rückgängig zu machen. Mit Pruitt hat Trump seine Idealbesetzung, denn auch der bezweifelt öffentlich, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sei. Einige Wissenschaftler hatten bereits angekündigt, relevante wissenschaftliche Daten zu „retten“; Daten sind auch bereits von den Seiten der EPA verschwunden.

Hey Guys who work on climate change, come to France, you’re welcome!

Währenddessen lädt Frankreichs neu gewählter und zukünftiger Präsident Macron die US-amerikanischen Klimaexperten ins Hexagon. Denn Klimawandel und Energiewende stehen auf seiner Liste: Wir wollen euch, guys, ruft er per Facebook-Video-Botschaft über den Ozean an alle Klimaexperten, wir legen Wert auf Wissen und Fortschritt, wir sind die Grande Nation die euch braucht und wertschätzt.


 

Macron bekennt sich zu COP21, in Frankreich werde es keine Budgetkürzungen für die Bekämpfung des Klimawandels geben, er wolle die Energiewende vorantreiben und Erneuerbare Energien fördern. Bis 2020 soll in Frankreich ein Anteil von 27 Prozent an Erneuerbaren Energien im Stromverbrauch erreicht werden, 2030 sollen es sogar 40 Prozent sein.

Laut Bericht „Market-Outlook 2013-2017“, der EPIA wird mit Solarenergie weltweit über 100.000 MW produziert, in Frankreich beträgt die installierte Leistung 6,2 GW. Somit befinde sich das Land europaweit auf dem 4. Rang und international auf dem 6. Rang. Auf Platz 5 bezüglich der Sonneneinstrahlung europaweit wird Frankreich zum wichtigen Akteur der Solarbranche und könnte einen leistungsfähigen Industriezweig aufbauen, der bis 2023 über 25.000 Stellen schaffen könnte, die in Frankreich dringend gebraucht werden.

Wäre da bei alledem nicht die starke Atomlobby. Es wird spannend, wie sich der neue Präsident zum Thema Energiewende dann nach seinem Amtsantritt verhalten wrid. Aus dem Umfeld von Macrons Team hatte es vor der Wahl geheißen, man wolle zwar den Anteil an Atomstrom auf die vorgesehenen 50 Prozent langfristig begrenzen - der Zeitplan wäre allerdings dehnbar. Der zum größten Teil staatliche Energieversorger EDF hat bereits bei Macron nach weiteren massiven Subventionen gefragt. Gegenüber französischen Medien sage Finanzchef Xavier Girre, dass EDF die Regierung sogar davon überzeugen wolle, staatliche Beihilfen für neue AKW nach britischem Vorbild in Frankreich einzuführen.

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Quelle   energiezukunft.eu | na 2017

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