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30.06.2018

Das große Insektensterben

Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen

Unheil im Anflug – Wieso die Insekten sterben und wie wir das verhindern können

Endlich hat sich nun auch die Bundesregierung beim Thema Insektensterben bewegt. Thema abgeräumt? Thema erledigt? “Nein“, sagt oekom-Autor Andreas Segerer, “Noch immer haben die meisten Menschen die ganze Tragweite des Insektensterbens nicht erkannt. Nicht nur die Politik muss mehr tun, auch jeder Einzelne kann aktiv werden.“

Mit beängstigendem Tempo verschwinden Insektenpopulationen, zahlreiche Arten sind in ihrem Bestand massiv bedroht oder schon ausgestorben. Was sich jetzt auch bei uns abspielt, ist Teil eines globalen Massensterbens, das unser planetares Ökosystem bedroht – und damit unsere ureigene Existenzgrundlage.

Den „einen“ Grund für das Problem gibt es nicht, der „Hauptverursacher“ aber steht fest: Es ist der Mensch und seine Art mit dem Planet Erde umzugehen, vor allem in Bezug auf die Landnutzung: Die industriell betriebene Landwirtschaft und der Flächenfraß, verursacht durch immer mehr Häuser, Siedlungen und Straßen, sind die wichtigsten Triebkräfte in Deutschland.

Politik ist Teil des Problems

Nun will die Bundesregierung das Problem endlich in den Griff bekommen. Dazu beschloss das Berliner Kabinett jüngst Eckpunkte eines “Aktionsprogramms Insektenschutz“ und will zudem jährlich fünf Millionen Euro für Projekte zum Schutz von Insekten ausgeben. Aber reicht das aus? Der Zoologe und Insektenforscher Andreas Segerer ist skeptisch.

Für ihn ist die Politik in hohem Maße selbst Teil des Problems: “Über mehr als 150 Jahre hinweg wurden alle Mahnungen der Wissenschaft konsequent in den Wind geschlagen. Hochgradig ambivalente Gesetzgebung lässt die Hauptverursacher des Insektensterbens bis heute praktisch unangetastet, stattdessen wurden unter dem Deckmantel des Naturschutzes massive Hürden für Sammler und Forscher errichtet. So spaltete man die natürliche Partnerschaft zwischen Wissenschaft und amtlichem Naturschutz und legte schon vor 40 Jahren den Grundstein für den Rückgang an Nachwuchsforschern, den faktischen Wegfall unmittelbarer Naturerlebnisse im Schulunterricht und die wachsende Entfremdung der Bevölkerung von der Natur.“ 

Jeder kann helfen, das Insektensterben zu stoppen

In seinem neuen, gemeinsam mit Eva Rosenkranz verfassten Buch „Das große Insektensterben. Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen“ > (ET 6. August 2018) liefert Andreas Segerer alle notwendigen Fakten und Hintergründe zum Thema und zeigt auf, was jetzt passieren muss.

Dazu stellt Eva Rosenkranz im zweiten Teil des Buches Initiativen und Leuchtturmprojekte vor, die sich dem „großen Sterben“ entgegenstellen, und liefert ferner viele praxisnahe Anregungen und Tipps – vom insektenfreundlichen Garten bis zum Engagement für ein artenreiches, öffentliches Grün. Denn auch jeder Einzelne kann etwas dafür tun, dass die Insekten überleben.

 

 

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Quelle   oekom verlag 2018

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