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09.03.2018

Filmtipp: "Zwischen Himmel und Eis"

Der Film "Zwischen Himmel und Eis" zeigt den Klimawandel aus einer Sicht, die selbst Experten neu sein dürfte: Regisseur Luc Jacquet erzählt mit abenteuerlichen Bildern aus der Antarktis die Lebensgeschichte des französischen Klimaforschers Claude Lorius. Eine Filmkritik von Friederike Meier

Die wichtigste Entdeckung seines Lebens macht Claude Lorius beim Whiskytrinken. Die Forscher haben den ganzen Tag daran gearbeitet, in den Tiefen des Antarktiseises zu bohren, und wollen den Feierabend genießen. Um ihren Whisky zu kühlen, nehmen sie Eis aus den Bohrkernen. Beim Trinken sieht Lorius, wie ein Luftbläschen aus dem Eis nach oben steigt. Luft, die seit Jahrtausenden im Eis eingeschlossen war – ein Fenster zur Atmosphäre der Vergangenheit.

Es hatte mit einer Annonce am schwarzen Brett der Universität im französischen Besançon begonnen: Für eine Antarktisexpedition im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres wurden Wissenschaftler gesucht, die bereit waren, ein Jahr ihres Lebens in einer kleinen Forschungsstation in der Antarktis zu verbringen. Der junge Claude meldete sich.

So fuhr er 1957 zum ersten Mal in die Antarktis – und der Film fährt mit, schildert die beschwerliche, mehrmonatige Reise bis zur französischen Forschungsstation Charcot auf 2.400 Metern Höhe. Als die drei Forscher endlich da sind, empfinden sie die minus acht Grad, die in der Station herrschen, als warm. Ein ganzes Jahr ohne ein Chance, im Notfall zurückzukehren, steht ihnen bevor. Wir frieren mit, wenn Lorius bei extremen Minusgraden hektisch Gänge ins Eis schlägt, um die Lebensmittelvorräte zu retten, fluchen mit ihm über steif gefrorene Finger, als er seinen vom Sturm zerstörten Forschungsturm wieder aufbaut, und staunen über den prachtvollen antarktischen Sternenhimmel.

Regisseur Luc Jacquet, weltbekannt für die Dokumentarfilme "Die Reise der Pinguine" und "Das Geheimnis der Bäume", hat aus privatem Archivmaterial von Claude Lorius und Kollegen einen sehr lebendigen, mitreißenden Film gemacht.


"Der kleine Mensch in der großen Natur"

Der Film "Zwischen Himmel und Eis" erzählt die Geschichte des französischen Gletscherforschers Claude Lorius, der insgesamt mehr als zehn Jahre in der Antarktis verbrachte. Mit seinen Erkenntnissen trug er dazu bei, den menschengemachten Klimawandel nachzuweisen. Regisseur Luc Jacquet spricht über seine Sucht nach der Antarktis, das Filmen bei minus 57 Grad und darüber, warum Claude Lorius ein Vorbild für die junge Generation sein kann. Jacquet ist bekannt für Dokumentarfilme wie "Die Reise der Pinguine" und "Das Geheimnis der Bäume" und war 1992 zum ersten Mal in der Antarktis. Der gelernte Biologe erforschte dort Kaiserpinguine und entdeckte nebenbei seine Liebe zum Film. "Zwischen Himmel und Eis" kommt am morgigen Donnerstag in die Kinos. Das Interview von Friederike Meier mit Luc Jacquet können sie hier lesen

DVD "Zwischen Himmel und Eis"


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Quelle   KLIMARETTER.INFO | Friederike Meier 2018

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