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19.08.2017

Keine Angst vor Donald Trump

Anders als vielen anderen macht US-Präsident Donald Trump Dr. Jan Hildenhagen wenig Sorgen: Sein Blick auf die amerikanische Geschichte zeigt, dass es schon lange vor Trump ähnliche Präsidenten gegeben hat, die als politisch unerfahrene Männer an die Macht kamen und als vermeintlich unberechenbare Alleinherrscher regierten.

Für seine Doktorarbeit, die er am Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum (RUB) verfasst hat, hat Jan Hildenhagen die Ära von Andrew Jackson analysiert. Der US-Präsident von 1829 bis 1837 ist erklärtes Vorbild Trumps. Die Dissertation von Jan Hildenhagen ist jetzt unter dem Titel „Demokratie als Gefahr für die Republik“ als Buch erschienen.

Dass sich der Republikaner Donald Trump den Gründer der Demokraten, Andrew Jackson, als Vorbild gewählt und sein Bild ins Oval Office gehängt hat, überrascht nur auf den ersten Blick: Auch Andrew Jackson sagte seinerzeit der politischen Elite den Kampf an und kam als politisch unerfahrener Selfmademan an die Macht. Jan Hildenhagens Buch ist im deutschsprachigen Raum das erste Werk, das sich so intensiv mit den Ursprüngen des amerikanischen Parteiensystems und der Präsidentschaft Andrew Jacksons auseinandersetzt.

Es geht um die Rettung der Republik

Er weist nach, dass der politische Diskurs in den USA seit der Gründung der Republik immer wieder Bezug genommen hat auf die antike Geschichte und den Aufstieg und Fall früherer Republiken. Damit gelang und gelingt es, komplexe politische Entwicklungen vereinfacht darzustellen, sodass jeder Wähler sie versteht.

Die jeweilige politische Seite interpretiert die antiken Geschehnisse ihrer Sicht der Dinge entsprechend. Beiden Parteien geht es in ihrer Argumentation dabei immer um die Rettung der Republik. Diese sehen sie beispielsweise durch einen machthungrigen Alleinherrscher bedroht oder aber durch zu viel Mitsprache des politisch unwissenden und leicht manipulierbaren Volkes. Die andere Seite fürchtet sich vor Eliten, die die politische Macht nur aus Eigennutz ausübt.

Blick nach vorn oder zurück

Während die einen positiv nach vorn schauen – wie Barack Obama es in seinem Wahlkampf mit Slogans wie „Yes, we can“ und „Change“ auf den Punkt brachte – sucht die andere Seite ihr Heil in einer vermeintlichen einfacheren Vergangenheit. Letzteres steckt auch hinter Donald Trumps Maxime „Make America great again“.

Jan Hildenhagen stellt fest, dass der Diskurs über Demokratie und die Zukunft der Republik gerade heute wieder sehr deutlich in der amerikanischen Öffentlichkeit zu erkennen ist. Er selbst sieht die Republik jedoch auch durch einen Donald Trump nicht bedroht: „Gerade, dass aktuell in den USA zwei unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft der Republik aufeinanderprallen, zeigt, dass die Republik noch intakt ist“, sagt er.

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Quelle   RUHR-UNIVERSITÄT BOCHUMDr. Jan Hildenhagen 2017

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