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03.12.2018

Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

"Ein Buch, das in 17 Kapiteln Beispiele gesellschaftlicher Zusammenbrüche beschreibt, die ganz wesentlich ökologisch bedingt waren – von den Maya, der Osterinsel, den Wikingern bis zu Gesellschaften von heute," Udo E. Simonis

Die überwucherten Tempelruinen von Angkor Wat, die zerfallenden Pyramiden der Maya in Yucatan und die rätselhaften Moai-Statuen der Osterinsel – sie alle sind stille Zeugen von einstmals blühenden Kulturen, die irgendwann verschwanden. Doch was waren die Ursachen dafür?

Jared Diamond zeichnet in seiner erweiterten, faszinierenden wie hochaktuellen Studie die Muster nach, die dem Untergang von Gesellschaften (oder ihrem Überleben) zugrunde liegen, und zeigt, was wir für unsere Zukunft daraus lernen können.

 

Auszug aus "Franz Alt - Auf der Sonnenseite":

"Die Geschwindigkeit des Karussells der ökonomischen und ökologischen Wertezerstörung ist jedoch atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes. Unsere wichtigsten Lebensmittel wie Wasser und Luft und Böden werden qualitativ immer schlechter. Wesentliche Ursache dieser verheerenden Entwicklung ist unsere Energiewirtschaft. „Die Energiefrage ist die Überlebensfrage der Menschheit“, sagt die Bundeskanzlerin. Knapp sind nicht die erneuerbaren Energien, aber knapp ist die Zeit, die uns noch bleibt. Das Klimaproblem ist kein isoliertes Problem, sondern der Ausdruck einer falschen Energie- und Wirtschaftspolitik. Diese Probleme hat es so in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben. Deshalb brauchen wir auch völlig neue Lösungen. Jetzt geht es ums Ganze. Noch sind wir die Gefangenen unserer eigenen Gefängnisse. Albert Einstein hat einmal gesagt, einer Maus würde es nie einfallen, eine Mausefalle zu bauen. Das heißt: Wir brauchen Energietechnologien, die kompatibel sind mit unseren eigenen Zukunftshoffnungen. Erstmals laufen wir Gefahr, uns aus der Evolution des Lebendigen zu verabschieden.

Wenn wir so weiter machen wie bisher, dann stellt sich die Frage, ob dieses System zusammenbricht nicht mehr. Die einzig realistische Frage heißt: Wann kracht es zusammen?

In seinem Buch „Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ hat der US-Autor Jared Diamond eine Geschichte des Zusammenbruchs früherer Gesellschaften vorgelegt, das überraschenderweise ein Bestseller wurde, obwohl das Werk aus 704 Seiten in Kleinschrift und 30 Seiten Quellenangaben besteht. Die meisten historischen Zusammenbrüche haben ihre Ursachen in Überbevölkerung und Raubbau an natürlichen Ressourcen. Aber mehrere Faktoren müssen zusammenkommen, damit aus Fehlentwicklungen Kollaps entsteht. Diamond sieht hauptsächlich fünf Faktoren am Werk. 1. Missmanagement zentraler Ressourcen wie Wasser, Böden, Waldbestände und Fischgründe. 2. Klimaveränderungen 3. Externe Feinde 4. Wegfall von Handelspartnern und 5. Fehlerhafte Reaktion der Gesellschaft auf ihre eigenen Probleme.

Die Punkte eins, zwei und fünf sind heute für fast den gesamten Planeten bereits gegeben. Hunderte mal bin ich in den letzten Jahren von den Besuchern meiner Vorträge gefragt worden: „Die Probleme sind doch bekannt – warum handeln wir nicht entsprechend?“ Oder manchmal ist die Frage auch ganz einfach: “Warum sind wir Menschen so dumm?“

Die Frage, warum Menschen dumme Dinge tun, die zu ihrem Untergang führen, beantwortet Diamond so:

  1. Es kann sein, dass eine Gesellschaft ein Problem nicht voraussieht;
  2. Eine Gesellschaft verdrängt ein Problem;
  3. Eine Gesellschaft erkennt zwar ein Problem, unternimmt aber keine Anstrengungen, es zu lösen;
  4. Die politische und gesellschaftliche Elite schottet sich von den Folgen ihrer eigenen Handlungen ab, was den Zusammenbruch beschleunigt.

Man kann diese vier Punkte nicht einfach auf das heutige Klima- und Energieproblem übertragen. Die Unterschiede zu früheren Kollapsen sind offensichtlich. Beim Nachdenken über die Gründe des Untergangs der alten DDR und der früheren Sowjetunion wird jeder Leser und jede Leserin sofort an den obigen Punkt vier denken." 

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Quelle   Fischer Taschenbuchverlag 2018 | Franz Alt 2018

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