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26.01.2019

Marktwirtschaft reparieren

Entwurf einer freiheitlichen, gerechten und nachhaltigen Utopie

Marktwirtschaft soll gerecht sein. Heute wird das System jedoch zugunsten weniger verzerrt – etwa durch Bodenspekulation und übermäßigen Ressourcenverbrauch. Das neue Buch »Marktwirtschaft reparieren. Entwurf einer freiheitlichen, gerechten und nachhaltigen Utopie« > (ET 4. Februar 2019) analysiert diese und andere Schwächen des Systems und entwickelt daraus politische Lösungen für eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft.

Wirtschaftswachstum als politisches Ziel wird stets damit begründet, dass es Arbeitsplätze schafft und die soziale Lage, gesamtgesellschaftlich betrachtet, verbessert. Und tatsächlich konnten viele Menschen über lange Zeit vom Wachstum profitieren. Gleichwohl geht die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend auseinander und der Wachstumszwang wirkt sich verheerend auf den Zustand unseres Planeten aus. Ist die Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem also gescheitert? »Nein«, sagen die beiden Autoren Oliver Richters und Andreas Siemoneit, »nicht die Marktwirtschaft ist gescheitert, sondern der Kapitalismus mit seinen leistungslosen Einkommen«.

In der real existierenden Marktwirtschaft wird die Leistungsgerechtigkeit zugunsten weniger verzerrt. Durch Bodenspekulation, Ressourcenverbrauch und Wettbewerbsbehinderungen entstehen leistungslose Einkommen – und mit zunehmender Macht können einzelne Akteure sich den regulierenden Kräften des Marktes entziehen, indem sie die Politik zu ihren Gunsten beeinflussen. Vier Brennpunkte der Marktwirtschaft identifiziert das Autorenduo, an denen institutionell nachgebessert werden muss: Ressourcenverbrauch, Bodenrenten, die Akkumulation von Kapital und die Rolle des Geldsystems. In ihrem Buch stellen sie die »eigentlichen« ideellen Grundlagen von Marktwirtschaft dar und entwickeln daraus politische Lösungen für eine gerechte Wirtschaft. Marktwirtschaft ist in dieser Perspektive eine noch nicht realisierte soziale Utopie, die ihre Attraktivität vor allem daraus bezieht, dass sie realistisch ist.

Oliver Richters, Physiker und Ökonom, promoviert an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zu ökonomischen Nichtgleichgewichtsmodellen und Wachstumszwängen. Er war Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ), ist Mitglied des Instituts für zukunftsfähige Ökonomien (ZOE) und als Referent, Science Slammer und Kabarettist tätig.

Andreas Siemoneit, Physiker und Wirtschaftsingenieur, arbeitet als Softwarearchitekt und Berater in Berlin. Zusätzlich befasst er sich als Sozialwissenschaftler mit den anthropologischen Grundlagen von Ökonomie und Politik, um ein wenig Licht ins Dunkel der großen sozialwissenschaftlichen Kontroversen zu bringen. Als Geschäftsführer des Fördervereins Wachstumswende engagiert er sich für wachstumskritische Projekte. 

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Quelle   oekom verlag 2019

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