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02.03.2017

planet e. – Drei Umwelt-Dokus im März

Die Macht der Moore - Leben im Abwasser - Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem.

Wie wichtig intakte Moore zur Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxids sind, mit welchen Maßnahmen die hygienische Situation in Slums verbessert und wie die Flut der Einwegplastikflaschen eingedämmt werden kann – all das ist in den drei "planet e."-Dokumentation im März zu erfahren. Los geht es am Sonntag, 5. März 2017, 16.30 Uhr mit "Die Macht der Moore – Wie die Natur unser Klima schützt". Am Sonntag, 19. März 2017, 16.30 Uhr folgt das "Leben im Abwasser", am Sonntag, 26. März 2017, 16.30 Uhr rückt "Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem" in den Blick.

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Die Macht der Moore
Sonntag, 5. März 2017, 16.30 Uhr mit "Die Macht der Moore – Wie die Natur unser Klima schützt" 

Intakte Moore speichern in ihrem Torfkörper mehr vom klimaschädlichen CO2 als Wälder. Doch der Hunger nach Agrarflächen nimmt darauf keine Rücksicht. Immer mehr Moore werden trockengelegt. Auch in Deutschland liegt die Zukunft der Moore in erster Linie in den Händen der Landwirtschaft. Im Lauf der Jahrhunderte wurden 95 Prozent der Moore entwässert, haben dabei ihren natürlichen Charakter verloren und wurden zu Agrarland.

Dabei bekommen Moore in der Klimadiskussion der vergangenen Jahre einen ständig wachsenden Stellenwert. Der Biologe und weltweit anerkannte Moor-Experte Prof. Michael Succow gehört mit seinem ganzheitlichen Denkansatz zu den prägenden Figuren der Landschaftsökologie. Seinen Schülern und Absolventen will er so viel Moorwissen wie möglich beibringen. "Aus degradierten Mooren entweichen in Deutschland rund 45 Millionen Tonnen Treibhausgase, rund fünf Prozent der gesamtdeutschen Emissionen", so Succow.

Mit dem Absenken des Wasserspiegels beginnt das Ende eines intakten Moors, es hört auf zu wachsen. Die Torfe mineralisieren, werden zu einem krümeligen Substrat, und der im Torf gespeicherte Kohlenstoff emittiert in die Atmosphäre. Solange diese zerstörten Moore als Grün- und Ackerland genutzt werden, lässt sich dieser Prozess nicht stoppen. Trotz aller Bedenken ist in der Landwirtschaftspolitik von EU, Bund und Ländern keine tiefgreifende Änderung für die Nutzung von Moorgebieten zu erwarten.

Wirkliche Erfolgsaussichten für die Klimabilanz bietet die Renaturierung von Moorgebieten, wie es das Beispiel der Sernitz-Niederung in Brandenburg zeigt. Als junger Biologe erkundete Michael Succow diese Niedermoorregion im Auftrag der DDR-Staatsführung. Ziel war damals, das Moor für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Heute kann Succow diesem Moor eine Zukunftsperspektive geben. Aufgrund seiner Initiative wurden die Entwässerungsgräben verschlossen, das Moor kann nicht mehr ausbluten. Die typische Niedermoorvegetation kann wieder wachsen, und mit einer kontinuierlichen Torfbildung kehrt die weitgehend ausgeglichene Klimabilanz zurück.

Für sein Umwelt- und Natur-Engagement wurde Michael Succow 1997 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet und gründete mit dem Preisgeld die Michael-Succow-Stiftung zum Schutz der Natur. Vor allem setzt er sich international für die Ideen der UNESCO-Biosphärenreservate ein. Die Zusammenarbeit der Universitäten Greifswald und Baku in Aserbaidschan ist ein Beispiel für den weitgreifenden Ansatz zum Erhalt natürlicher Umweltressourcen. In Aserbaidschan sind die Ausbeutung der Bodenschätze und die Übernutzung der Landschaft durch die Landwirtschaft das aktuelle Thema.

"planet e." hat Michael Succow bei seinen Moorschutzprojekten und nach Aserbaidschan begleitet. Es wird deutlich, wie wichtig es ist, das Verständnis über die Zusammenhänge vom natürlichen Klimaschutzpotenzial der Moore an junge Wissenschaftler weiterzugeben: Damit die Renaturierung der Moorgebiete eine Chance hat.

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Leben im Abwasser
Sonntag, 19. März 2017, 16.30 Uhr folgt das "Leben im Abwasser"

Ein vergessener Hygiene-Skandal: Weltweit müssen rund 2,6 Milliarden Menschen ohne Toiletten auskommen. Nur eine Folge davon: Täglich sterben fast 1000 Kinder durch fäkalienverseuchtes Wasser. Die deutsche Nichtregierungsorganisation BORDA hat sich vorgenommen, die hygienische Situation in den Slums zu verbessern. Sie errichtet dort kleine, dezentrale Abwassereinheiten, die das Schmutzwasser mechanisch und mikrobiologisch klären und filtern.

Sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und eine hinreichende Aufbereitung verschmutzten Wassers sind die Voraussetzungen für ein würdevolles und gesundes Leben. Wo WCs fehlen und das Abwasser nicht gereinigt wird, entstehen erhebliche Gesundheitsgefahren. Oft treten Durchfallerkrankungen auf, die zum Tod führen können.

Gerade in den ärmeren Ländern der Welt fehlt es an Einrichtungen, die die Bevölkerung mit frischem Wasser versorgen und das Abwasser reinigen. So haben allen Millenniumszielen der UN zum Trotz immer noch rund 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung rapide. In Afrika zum Beispiel werden im Jahr 2050 schätzungsweise 2,4 Milliarden Menschen leben – doppelt so viele wie heute. Bis Ende des Jahrhunderts könnte sich die Bevölkerungszahl auf diesem Kontinent sogar vervierfacht haben. Auf der Suche nach Arbeit zieht es immer mehr Menschen in die Städte, in deren Randbezirken ungeplante, dicht bebaute Siedlungen entstehen, so genannte Informal Settlements. Meist werden diese Slums von den Behörden geduldet, aber nicht versorgt. Niemand fühlt sich verantwortlich, eine Infrastruktur fehlt.

Ohne die flächendeckende Versorgung mit Wasser und die Einrichtung sanitärer Anlagen kann es nicht gelingen, aus der Armut herauszukommen. Denn wer durch sauberes Wasser und eine funktionierende Kanalisation gesund bleibt, ist produktiver. Sinkt die Armut, sinkt auch die Geburtenrate. Das wäre für Tansania mit derzeit fünf bis sechs Kindern pro Familie ein erheblicher Fortschritt, wie die BORDA-Experten vor Ort berichten.

Anlässlich des Weltwassertages begleitet "planet e." die Arbeit der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation BORDA (Bremen Overseas Research and Development Association) nach Daressalam, der Hauptstadt Tansanias. Dort bauen und betreiben die Mitarbeiter zusammen mit einheimischen Kräften sanitäre Anlagen. Zum Beispiel leeren kleine Unternehmen wie die "Sanitation on Wheels" die Fäkaliengruben der Hütten und transportieren die Exkremente per Handwagen zur Kläranlage. Zudem kann das aufbereitete Wasser zum Bewässern von Pflanzen, das entstehende Biogas zum Kochen verwendet werden. Öffentliche Toiletten, manchmal mit Duschen, werden wie kleine Mikrounternehmen geführt, bieten so Arbeitsplätze. Die verbesserte Hygiene führt zu besseren Wohnbedingungen und ermöglicht den Bewohnern ein würdevolles Leben in einer Umgebung, die endlich nicht mehr stinkt.

Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Er steht in jedem Jahr unter einem anderen Thema. Der Weltwassertag ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Die UN-Generalversammlung hat den Weltwassertag in einer Resolution vom 22. Dezember 1992 ausgerufen. Im Jahr 2017 beschäftigen sich Veranstaltungen rund um den Weltwassertag sowie der Weltwasserbericht mit den Themen Abwasser und Abwassernutzung.

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Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem
Sonntag, 26. März 2017, 16.30 Uhr rückt "Der Wahnsinn mit dem Pfandsystem" 

Plastikflaschen belasten weltweit die Umwelt. Zwar gibt es in Deutschland ein Pfandsystem, doch die Flut an Einwegflaschen ist damit nicht zu stoppen. Rund 17 Milliarden Einwegplastikflaschen wurden hierzulande im Jahr 2015 verbraucht. Die Industrie verweist darauf, dass diese recycelt werden können. Umweltschützern reicht das nicht. Sie fordern ein generelles Verbot von Einweg und wollen Mehrwegflaschen fördern.

Jennifer Timrott ist Umweltaktivistin und sammelt jede Woche Dutzende Einwegplastikflaschen im Wattenmeer bei St. Peter-Ording. Der Plastikmüll kommt aus aller Herren Länder. Es sind auch zahllose Flaschen aus deutscher Produktion darunter. Was Jennifer Timrott am Strand findet, ist nur ein winziger Bruchteil der Plastikflaschen, die noch im Meer schwimmen. Dort werden sie von vielen Meerestieren aufgenommen, die dann oft qualvoll verenden. Schätzungsweise 450 Jahre brauchen die Flaschen, um zu verrotten.

Deswegen plädieren viele Umweltschützer für ein komplettes Verbot der Einwegplastikflaschen. Aus Umweltsicht sind Mehrwegflaschen sowieso die bessere Lösung. Sie können bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. Außerdem werden alte Mehrwegflaschen aus Glas eingeschmolzen; es entstehen neue Glasflaschen daraus. Es spricht also eigentlich alles für Mehrweg.

Trotzdem setzen die Konzerne auf Einwegplastikflaschen. Schon längst hätte die Bundesregierung eingreifen müssen, klagen Umweltverbände. Doch es geschieht nichts. Im Gegenteil: Man glaubt den Beteuerungen der Industrie, dass die Einwegplastikflaschen sogar umweltfreundlich seien.

Mittlerweile haben einige Kommunen und Bürger den Einweg-Irrsinn erkannt und die Sache selbst in die Hand genommen. In Hamburg zum Beispiel hat der Senat seit Sommer 2016 alle Einwegplastikflaschen aus der öffentlichen Verwaltung verbannt. Zum regelrechten Industrieschreck sind die Bürger des US-Städtchens Concord geworden. Die Kleinstadt im Nordosten der USA hatte vor fünf Jahren gegen den vehementen Widerstand der Plastik-Lobby den Handel und Verkauf von Einwegplastikflaschen in einem Bürgerentscheid verboten.

Wenn heute nicht die Einwegflut gestoppt werden kann, müssen das spätere Generationen womöglich teuer bezahlen. Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe warnt vor allem vor der Gefahr, dass so oder so der Plastikmüll und das recycelte Plastik in der Umwelt landen. Über Flüsse und den Schiffsverkehr gelangt es in die Meere. "planet e." geht der Frage nach, wie wir der Einweg-Flut entgegensteuern können. 

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Quelle   ZDF - planet.e 2017

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