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07.01.2017

Weltbeben

Leben im Zeitalter der Überforderung

Das neue Buch von Gabor Steingart zeigt: Die Zukunft findet statt - nur anders als die etablierten Mächte aus Wirtschaft und Politik sie erwarten

Konflikte und Komplexität überfordern unsere Institutionen und Politiker. Ein aggressiver Finanzkapitalismus zehrt die Wirtschaft aus. Die tragende Mitte unserer Gesellschaft wird immer weiter ausgehöhlt. Warum wir trotzdem nicht verzweifeln müssen und wie wir im Zeitalter der Überforderung gut leben können. Das neue Buch von Gabor Steingart bietet beides: schonungslose Analyse und Hoffnung auf eine Zukunft, die wieder Zuversicht verdient.

"'Weltbeben'. Das neue Buch von 'Handelsblatt'-Herausgeber Gabor Steingart nimmt das Gefühl der Zeit auf: breite Verunsicherung auch im wohlhabenden, ruhigen Deutschland. Ob VW-Skandal, Finanz-Betrügereien, Politik- und Regierungsversagen – Steingart schreibt Klartext." BILD    

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"Wollten wir unser gegenwärtiges Leben mit nur einem Wort beschreiben, wäre es wohl dieses: Überforderung. Die Komplexität der politischen Problemlagen, die Selbstbeschleunigung der digitalen Kommunikation und die Besinnungslosigkeiten des ökonomischen Größenwahns addieren sich zu einem Festival nervöser Gleichzeitigkeit. Müsste die heutige Welt eine Zukunftsverträglichkeitsprüfung ablegen, würde sie durchfallen.

Der Mensch im Zeitalter der Überforderung taumelt von einem Kontrollverlust zum nächsten. Und unsere Eliten taumeln voran. Die Banken haben die Kontrolle über ihre Bilanzen verloren, so wie die Staaten die Kontrolle über ihre Außengrenzen. Wir als Gesellschaften haben spätestens mit den Terroranschlägen von Paris, Brüssel und München das Gefühl von Unbeschwertheit verloren. Und den etablierten politischen Parteien ist – angesichts der Umstände, für die sie verantwortlich zeichnen – das Objekt ihrer Gefühlsbewirtschaftung, der Bürger, ins Freie entwischt.

Da steht dieser Bürger nun, mit anderen in Verwirrung und Empörung vereint, und schaut auf eine Wirklichkeit, die ihn frösteln lässt. Durch die Schuld derer, die bisher über ihn herrschten, wurden alle Ziele, die ihm wichtig waren, nicht nur nicht erreicht, sondern oft in ihr Gegenteil verkehrt. Die Kriege, die der Westen in seinem Namen führt, bringen keinen Frieden, sondern neuen Krieg; sie beruhigen die Menschen anderer Länder nicht, sondern setzen nur immer neue Wanderungsbewegungen in Gang. Die ungleiche Verteilung der Vermögen wird beklagt – und beschleunigt. Die Gefahren einer zu hohen Staatsverschuldung werden gesehen – und mit immer neuem Leihgeld bekämpft. Der Klimawandel wird verstanden – und angeheizt. Der Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt wird als konstituierend für den Planeten angesehen – und mit großer Hemmungslosigkeit dezimiert. Derweil die Kindererziehung längst von Zucht und Ordnung auf Dialog und Respekt umgeschaltet hat, herrscht in den internationalen Beziehungen das vorsätzliche Nicht-Verstehen des Anderen, wodurch eine Spirale von Hass und Gegenhass ausgelöst wurde. Wer das Scheitern der westlichen Außenpolitik besichtigen will, muss keinen G-20-Gipfel besuchen, sondern nur das nächstgelegene Flüchtlingsheim..."  Aus dem VORWORT von "Weltbeben"    

Gabor Steingart "Weltbeben - Leben im Zeitalter der Überforderung"         

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Quelle   Verlagsgruppe RANDOM HOUSE 2017

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