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17.06.2017

Zukunft für alle

Franz Alt und Peter Spiegel stellen in "Gerechtigkeit - Zukunft für alle" Alternativen zur gegenwärtigen Politik in Deutschland vor. Das Publik-Forum-Buch des Monats, rezensiert von Norbert Copray.

Die Wahlkämpfe in diesem Jahr kennen ein zentrales Thema: Gerechtigkeit. Doch vermutlich werden die politischen Akteure nicht liefern, was sich gerade je­ne darunter vorstellen, die der Gerechtig­keit am meisten bedürfen: die Abge­hängten, die finanziell Schwachen ohne die Chance auf Rücklagen für Notzeiten, chronisch Kranke, Menschen, die auf si­cherere Arbeitsplätze angewiesen sind, sowie Menschen, die für ein Arbeitsein­kommen unzureichend ausgerüstet sind.

Hilft da eine „Grundsatzerklärung“ zur „Gerechtigkeit“ weiter, wie sie Franz Alt und Peter Spiegel unter dem Motto „Zukunft für alle“ vorstellen? Sicher ist: Es braucht eine noch viel weiter gehende Debatte darüber, was unter Gerechtigkeit zu verstehen ist, um den politischen Ak­teuren so weit wie möglich die Ausflüch­te, Tricks und Winkelzüge zu verstellen. Und ein möglichst breites Interesse an ei­ner Gerechtigkeit, die nicht im parteipo­litischen Gezänk versandet, bei dem sich dann die Superreichen und Wohlhaben­den Steuersenkungen organisieren bei gleichzeitiger Absenkung sozialer Leis­tungen und Umweltanforderungen.

Im ersten Buchteil skizziert der Journa­list und vielfache Bestsellerautor Franz Alt Gerechtigkeit im Kontext einer Globali­sierung mit komplexer wechselseitiger Abhängigkeit aller Menschen, Länder so­wie der Menschen und der Natur. Statt ei­nes „Nationalismus“, der Krieg heißt, und statt eines „Weltkriegs gegen die Natur“ bedarf es der Liebe, der Aufklärung, eines tieferen politischen Bewusstseins. So be­nennt Alt überzeugende „Alternativen für Deutschland“ anstelle der „Alternative für Deutschland“ (AfD), in denen viele seiner bisherigen Erkenntnisse, Thesen und Aufrufe zusammenfließen. Mit guten Ar­gumenten wirbt er für eine konsequentere Energie-, Verkehrs- und Agrarwende, für eine andere Arbeitskultur, für eine „reife, ethische Marktwirtschaft“.

Die Autoren haben neben der ausglei­chenden Gerechtigkeit eine „systemische Entfaltungsgerechtigkeit“ im Blick. Es bedarf einer „gesamtsystemischen Ver­antwortung“ für alles Leben auf dem Pla­neten. Damit ist laut Peter Spiegel, Grün­der und Leiter des Genisis-Instituts, Ge­rechtigkeit eine „Kunst, der optimalen Potenzialentfaltung jedes Menschen im­mer besser gerecht zu werden“. Er legt den Schwerpunkt auf die „Revolution des Bildungswohlstands“ sowie des Sozial-, Demokratie- und Gemein-Wohlstands. Zusammen mit Alts ökologisch akzentu­ierter Gerechtigkeit ergibt das exzellent ein Ganzes und damit „Zukunft für alle“.

Die Grundsatzerklärung hat den Cha­rakter eines Manifests, weshalb hier nicht diskutiert, sondern überwiegend dekla­miert und thetisch begründet wird sowie Handlungsperspektiven beschrieben werden. Die Grundsatzerklärung ist Teil eines vom Genisis-Institut gemeinsam mit anderen NGOs betriebenen Prozes­ses, der unter futureforall.net im Internet verfolgt werden und in den man sich ein­klinken kann. Wer Demokratien erhalten und befördern will, muss Gerechtigkeit für alle erstreiten. Denn, wie es im Vor­wort heißt: „Niemand kann mehr die Hoffnung haben, dass die Welt wieder zur Ruhe kommen kann, bevor wir nicht ein völlig neues Niveau an Gerechtigkeit erreichen.“

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