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24.08.2017

Artenvielfalt und Profit in der Landwirtschaft

Agrarökologen der Universität Göttingen haben die traditionell großräumige Landwirtschaft im Osten mit der kleinräumigen Landwirtschaft im Westen Deutschlands sowohl ökologisch als auch ökonomisch verglichen.

Dabei konnten sie zeigen, dass kleine Äcker höhere Kosten verursachen, aber die Biodiversität ähnlich stark fördern wie der ökologische Landbau. Dagegen ist die Umstellung zum Öko-Landbau in beiden Landschaftstypen mit einer Verdopplung des Gewinns verbunden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution erschienen.

Die Forscher belegten die große Bedeutung einer kleinräumigen, von Feldrändern und Randstrukturen geprägten Landwirtschaft für die Biodiversität. „Großräumigkeit führte zu keinem höheren Ertrag, aber zu 50 Prozent mehr Gewinn für die Landwirte – wegen der geringeren Produktionskosten“, so Dr. Péter Batáry, Privatdozent an der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen.

Er untersuchte zahlreiche Gruppen von Pflanzen und Insekten entlang der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen und arbeitete bei der ökonomischen Analyse mit Prof. Dr. Oliver Mußhoff vom Göttinger Institut für Agrarökonomie zusammen. Die Umstellung auf ökologischen Landbau führte in beiden Landschaftstypen trotz geringerer Erträge zu einer Gewinnverdopplung bei den untersuchten Betrieben.

„Die Kleinräumigkeit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung für die Biodiversitätsförderung ist genauso wichtig wie die Umstellung auf ökologischen Landbau, spielt aber leider bei der Förderung im Rahmen der EU-Agrarpolitik bisher keine Rolle“, betont Batáry. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine ökologisch-ökonomisch ausgewogene Beurteilung der Landwirtschaft ist“, sagt Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Göttinger Agrarökologie und Co-Autor der Untersuchung.

Originalveröffentlichung: Péter Batáry et al. The former iron curtain still drives biodiversity-profit trade-offs in German agriculture. Nature Ecology and Evolution. Doi: http://dx.doi.org/10.1038/s41559-017-0272-x

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