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11.10.2018

Ein pestizidfreies Europa könnte genügend saubere, gesunde und klimaschützende Lebensmittel erzeugen

Die konventionelle Agrarindustrie mit ihrem intensiven Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger vergiftet die Natur, erzeugt gesundheitsgefährdende und belastete Lebensmittel und gehört zu den größten Verursachern der Erderhitzung.

Eine neue Studie aus Frankreich hat nun aufgezeigt, dass die EU innerhalb von 10 Jahren vollständig auf eine Landwirtschaft umgestellt werden kann, die die eigene Ernährung auf EU-Flächen sichert und vollkommen ohne Agrogifte und Mineraldünger auskommen kann.

Nicht nur für die Gesundheit von Millionen von Menschen, sondern auch für den Klimaschutz wäre die Umstellung auf eine Biolandwirtschaft unverzichtbar, ist doch die industrielle Landwirtschaft einer der Hauptverursacher für Klimagasemissionen, insbesondere des besonders klimaschädlichen Lachgases.

Die großen Agrarfirmen begründen das unbeirrte Festhalten an der Pestizidlandwirtschaft mit dem längst widerlegten Argument, dass nur mit Hilfe ihrer intensiven Anbaumethoden die Welternährung gesichert werden kann. So können sie immer wieder politisches Gehör finden für die weitere Unterstützung ihrer Verkaufsinteressen von Gentechnik, Pestiziden oder Mineraldünger.

Dabei hat der Weltagrarbericht der UN-Landwirtschaftsbehörde FAO längst nachgewiesen, dass es nicht die Agrarkonzerne sind, die den Löwenanteil der Welternährung sichern. Vielmehr werden 80% der Welternährung von Kleinbauern geliefert.  Die großen Agrarkonzerne spielen für die Welternährung zwar nur eine untergeordnete Rolle, dominieren aber mit ihren Gentechnik und Pestizidinteressen die öffentliche Debatte genauso wie die politischen Entscheidungen.

Ähnlich wie im Energiesektor, wo immer noch die fossil/atomaren Konzerne das politische Geschehen diktieren,  ist es wichtig, dass die politischen Entscheidungen auch im Agrarsektor endlich unabhängig werden von den Interessen der Agrarkonzerne. Ansonsten treiben Politik und Agrokonzerne die EU immer tiefer in eine Ernährungskrise. Der Hitze- und Dürresommer mitsamt seinen großen Ernteeinbußen in diesem Jahre war nur ein Vorgeschmack darauf, was der Landwirtschaft und damit unserer Ernährungsversorgung blühen wird, wenn die Weltgemeinschaft weiter am fossilen Energiesystem und einer Pestizidlandwirtschaft festhält.

Die neue Studie der französischen Forscher Pierre-Marie Aubert und Xavier Poux muss endlich zur Kehrtwende der politischen Entscheidungen in Brüssel, Paris oder Berlin werden. Dann kann nicht nur das Bienen- und Insektensterben gestoppt werden, sondern endliche eine saubere, klimaschützende und gesunde Lebensmittel produzierende Landwirtschaft flächendeckend mit vielen Biobauern entstehen.

Solange aber die Politik sich selbst im Würgegriff der Agrarkonzerne halten lässt, sind die Verbraucher aufgefordert, ausschließlich Biolebensmittel zu kaufen. Auch so könnte der Klimaschutz in der Landwirtschaft schnell kommen.

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