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29.07.2015

Einsatz biologisch abbaubarer Hundekotbeutel

Die beste Lösung wäre keine Hundekotbeutel mehr in die Natur gelangen zu lassen. Plastikmüll ist im Hinblick auf die Meere zu einem zentralen Thema in Deutschland geworden.

In mehreren Städten gibt es die Bestrebung eine "plastikfreie Stadt" zu werden (Projekte dazu gibt es beispielsweise in Flensburg und die Stadtversammlung in Kiel hat mehrheitlich beschlossen, dass die Kommune plastikfrei werden soll). Diese Bestrebungen konzentrieren sich jedoch meist auf den Einzelhandel. Gleichzeitig geben deutsche Städte und Kommunen ca. 200.000.000 Plastiktüten aus, die insbesondere in sensiblen Bereichen im Einsatz sind (Grünanlagen, Gewässer und sogar auf den Inseln) und zudem häufig mutwillig in die Umwelt geworfen werden und zwar in Form von Hundekotbeuteln.

Aus diesem Grund hat Arne Krämer im Rahmen seiner Bachelorarbeit vor etwas mehr als 1,5 Jahren bezahlbare biologisch abbaubare Hundekotbeutel für den Städtebedarf in Zusammenarbeit mit der Folag AG, einem Schweizer Folienhersteller, entwickelt. Anbei ein Foto der Beutel im Abbauprozess in der Hamburger Natur (die Beutel sind nicht wasserlöslich um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, der Abbau erfolgt über Mikroorganismen).

poopmap.de | Biologisch abbaubarer Hundekotbeutel der Folag AG im Abbauprozess in der Hamburger Natur.
© poopmap.de | Biologisch abbaubarer Hundekotbeutel der Folag AG im Abbauprozess in der Hamburger Natur.

Noch besser wäre es natürlich, wenn die Beutel erst gar nicht in der Umwelt landen, daher möchte Arne Krämer mit einem zweiten Projekt, im Rahmen meiner Masterarbeit, das Problembewusstsein stärken. Der einzelne Hundehalter denkt bisher vermutlich nicht darüber nach, wie groß das Gesamtproblem ist, welches dadurch entsteht, wenn er mal einen Beutel ins Gebüsch wirft. Deshalb habe ich eine Karte erstellt, anhand derer (erstmalig) dokumentiert wird, wie viele Beutel mancherorts in die Umwelt gelangen. Die beste Dokumentation gibt es bisher für Hamburg. Jede Kommune kann sich kostenlos an diesem Projekt beteiligen (jede Privatperson natürlich auch).

Wichtig: Auch die biologisch abbaubaren Hundekotbeutel sind nicht dazu gedacht, in die Umwelt geworfen zu werden, schon alleine weil der eingeschlossene Hundekot und die ggf. enthaltenen Würmer ja gerade aus der Umwelt herausgeholt werden soll. Wenn es jedoch dazu kommt, ist diese Lösung wesentlich umweltfreundlicher, als Beutel aus Plastik. Zudem werden Erdöl und CO2 eingespart, da die Beutel biobasiertsind.

ABBAUPROZESS

Der biologische Abbau erfolgt im Wesentlichen durch Oxidations- und Hydrolyseprozesse. Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen oder Pilze bzw. Enzyme nutzen das Material der Bio Hundekotbeutel als Nahrung und Energiequelle. Nach dem Abbauprozess bleiben als Abbauprodukte lediglich Wasser, Kohlendioxid (CO2), mineralische Salze sowie Biomasse zurück.


Folag AG - Schematische Darstellung des Abbauprozesses von Folag Bio Hundekotbeuteln
© Folag AG - Schematische Darstellung des Abbauprozesses von Folag Bio Hundekotbeuteln

Das eingesetzte Material ist im Bereich Heimkompost seit einigen Jahren im Gebrauch. Die "Biologie"  läuft im heimischen Kompost dabei selbstverständlich etwas anders ab, als in der freien Natur. Doch selbst, wenn der biologische Abbau unter ungünstigen Bedingungen mehrere Monate dauern kann, ist es aus ökologischer Sicht dennoch wesentlich besser, als herkömmliches Plastik, welches sich nicht abbaut, sondern durch die mechanische Belastung über die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte zu immer feinerem Mikroplastik zerstückelt wird.

ABBAU IN DER PRAXIS

Das der Abbau auch in der Praxis funktioniert, haben Tests in der Hamburger Natur gezeigt, wie auf diesem Foto eines Folag Bio Hundekotbeutels mitten im Abbauprozess in der Hamburger Natur.  Mikroorganismen haben Teile des Beutels bereits zersetzt so, dass das Material wieder in die Natur integriert wird.

KOSTEN

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen, stellt jede zusätzliche Ausgabe eine Belastung für Städte und Gemeinden dar, daher sollte selbstverständlich auch der Mehraufwand betrachtet werden:

  • Bei einer Ausgabe von 200 Mio. Hundekotbeuteln und ca. 80 Mio. Einwohnern in Deutschland, kommenauf jeden Einwohner 2,5 Hundekotbeutel pro Jahr.
  • Herkömmliche PE Hundekotbeutel kosten die Städte etwa 0,5 Cent-1,3 Cent  pro Stück.
  • Biologisch abbaubare Hundekotbeutel kosten etwa 1,85 Cent – 2,53 Cent pro Stück
  • Werden die jeweils günstigsten Preise verglichen, kostet ein Bio Hundekotbeutel 1,35 Cent mehr pro Stück.
  • Bei 2,5 Hundekotbeuteln ergibt sich somit im Schnitt eine jährliche Mehrbelastung von 3,4 Centpro Person (ein Drittel dessen, was eine Plastiktüte an der Supermarktkasse kostet).

Umfassendere Informationen dazu auf der Webseite von Arne Krämer www.poopmap.de.

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Quelle   Arne Krämer 2015 | Hundekotbeuteleinträge vermindern: www.poopmap.de | Hundekotbeuteleinträge umweltfreundlicher gestalten: Biologisch abbaubare Hundekotbeutel 

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