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29.12.2018

Elektroschrott wird noch zu oft illegal entsorgt

Zwei Millionen Tonnen Elektrogeräte werden jedes Jahr in Deutschland verkauft. Nur ein Bruchteil der Altgeräte wird ordnungsgemäß wiederverwertet oder recycelt. Ab 2019 muss Deutschland aber mehr Elektroschrott einsammeln und recyceln.

Nicht einmal jedes zweite Elektrogerät hat eine Chance auf Recycling: Einer Studie im Auftrag des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) zufolge wurden in Deutschland 19 Millionen Tonnen Elektrogeräte im Laufe von zehn Jahren in Verkehr gebracht. Eingesammelt wurden dagegen nur acht Millionen Tonnen Altgeräte. "Leider bringen Verbraucher bisher nicht einmal die Hälfte der Geräte zum Recycling", sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Für die Umwelt sei es eine Katastrophe, wenn schadstoffhaltige Geräte im Restmüll landen oder illegal im Ausland auf Mülldeponien. 

Seit Juli 2016 müssen größere Einzel- oder Online-Händler eigentlich elektrische oder elektronische Altgeräte zurücknehmen. Doch auch die Deutsche Umwelthilfe schätzt, dass nur 40 Prozent der ausgedienten Geräte zurückgenommen und wiederverwertet oder recycelt werden. Viele Händler würden die Rücknahme verweigern, erschweren oder gesetzeswidrig nicht darüber informieren. Weiterhin seien die Rücknahmesysteme verbraucherunfreundlich und stünden nicht flächendeckend zur Verfügung. "Die Frage, was mit ausgedienten Geräten passiert, stellen sich nur wenige Händler", sagt auch Nabu-Chef Miller. "Nicht nur große Elektrofachhändler und Baumärkte sollten Elektroaltgeräte kostenfrei und kundenfreundlich zurücknehmen müssen, sondern auch Lebensmittelhändler, die Aktionsware verkaufen“, so Miller weiter.

Noch zu oft werden Elektrogeräte illegal entsorgt

"Knapp 465.000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden bei illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen", sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger. Das sei reine Ressourcenvergeudung und schade massiv der Umwelt, wenn gefährliche Stoffe falsch oder gar nicht entsorgt würden.

Mit Beginn 2019 sollen künftig mehr ausgediente Fernseher, Kühlschränke und Handys eingesammelt werden. Die Sammelquote der EU steigt dann von bisher 45 Prozent auf 65 Prozent. Dass die Vorgabe erreicht wird, bezweifelt der Nabu. Auch in der Vergangenheit wurde die Sammelquote nicht erreicht, wie beispielsweise 2016 als 782.214 Tonnen Elektrogeräte in der Altgerätesammlung erfasst und somit 44,95 Prozent erreicht wurden

Weiterhin wurden schon im August die bisherigen zehn Kategorien für recyclingpflichtige Geräte auf sechs Kategorien reduziert. Je nach Kategorie gelten für die Geräte nun Verwertungsquoten von 75 bis 85 Prozent und Recyclingquoten von 55 bis 80 Prozent. Zwar schätzt die Umweltorganisation, dass die Recyclingquoten eingehalten werden könnten. Allerdings sei die Quote selbst kritisch, da sie sich nach dem Gewicht berechnet werde. Das Sammeln großer Geräte bringt also besonders viel. Es müsse aber mehr auf ökologisch sensible Geräte mit knappen Rohstoffen geachtet werden. "Die Recyclingsituation muss sich ändern", fordert die Nabu-Ressourcenexpertin Verena Bax. Es brauche ein Ressourceneffizienzprogramm und entsprechende Änderungen im deutschen Elektrogesetz und auf EU-Ebene, damit alle wichtigen Komponenten durch hochwertiges Recycling wiedergewonnen werden.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Sandra Kirchner) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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