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19.02.2018

Englische Küstenstadt: Zertifikat plastikfrei

Der Strand von Penzance im englischen Cornwall hat große Probleme mit Plastikmüll aus dem Meer. Deswegen versucht die Stadt zumindest den eigenen Plastikkonsum aktiv zu reduzieren. Auch in Deutschland sprechen sich die Verbraucher für weniger Plastik aus.

Welche Unmengen von Plastik im Meer treiben wird besonders bei Stürmen deutlich, die auf das Festland treffen - wie vor kurzem in der libanesischen Stadt Zouk Mosbeh geschehen. An Strandurlaub denkt bei diesem Anblick keiner mehr. Vor lauter Plastik ist der feine Sand nur noch zu erahnen. Und auch der kleine Ort Penzance im englischen Cornwall könnte so aussehen, wenn nicht engagierte Menschen den Strand des Ortes regelmäßig säubern würden. Engagierte Menschen wie Rachel Yates, die häufig mit einem Eimer bewaffnet den Strand entlang geht, um den Sand vom gröbsten Plastik zu befreien.

Cornwall im Südwesten Englands ist wegen seiner Lage durch Strömungen und Winde besonders betroffen von angeschwemmten Müll. Der Stadtrat Simon Reed sieht hier besonders für den Tourismus ein Problem. „Wenn die Touristen am Strand langlaufen, sehen sie wahnsinnig viel Plastik, gerade jetzt in den Zeiten der Winterstürme. Aber die vielen Touristen aus Deutschland und Holland kommen hierher und erwarten, dass unsere Küsten sauber sind", sagt er gegenüber dem ARD-Weltspiegel. Deswegen unterstützt der Stadtrat Umweltaktivisten wie Rachel Yates und die Surfers Against Sewage bei der Bekämpfung des Plastikproblems.

Dort wo es möglich ist, soll Plastik aus dem Alltag verschwinden

Ein Zusammenschluss von Surfern Englands organisiert u.a. Aufräumaktionen an den Küsten des Landes und vergibt Plastikfrei-Zertifikate an Städte und Kommunen. Und Rachel Yates hat erfolgreich dafür gekämpft, dass auch ihre Stadt ein solches Zertifikat erhält. Dafür ging Sie in Shops und Cafés in der Stadt, um sie von einem Verzicht auf übermäßigen Plastikverbrauch zu überzeugen. „Es bedeutet nicht, dass der Laden komplett plastikfrei sein muss. Es geht darum, dass die Shops keinen Einweg-Plastik mehr benutzen. Zur Wahrheit gehört doch, dass man manches Plastik nicht einfach aus unserem Alltag entfernen kann", sagt Sie. Doch dort wo es möglich ist, folgen der Bewegung bereits 30 Shops in der Stadt und ersetzen Plastik-Strohhalme durch Papierhalme und Plastikbesteck durch Holz.

Aber Penzance ist noch nicht vom überflüssigen Plastik befreit. Gerade in den größeren Einzelhandelsketten sind die Regale nach wie vor voller Plastik. Und in Sachen Entsorgung wird Großbritannien bald wohl größere Probleme bekommen. 500.000 Tonnen Plastik gingen bislang jedes Jahr nach China. Doch aufgrund von Umweltbedenken will die chinesische Regierung die Einfuhr von weiterem Müll aus der EU beenden. Neben vielen weiteren Kommunen, die nach dem Zertifikat „Plastikfreie Stadt“ streben, will nun die britische Regierung den Verbrauch von Plastik bis zum Jahre 2042 ebenfalls drastisch senken und u.a. Supermärkte davon überzeugen, plastikfreie Regale einzurichten und Abgaben auf Wegwerfverpackungen zu erheben.

Deutsche würden weniger Plastik begrüßen

Auch in Deutschland scheint zumindest die Bevölkerung willens zu sein auf Plastik in Teilen zu verzichten, solange dies nicht mit Mehrkosten verbunden ist. Laut einer Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PwC befürworten 92 Prozent der Befragten einen weitgehenden Verzicht auf Plastik. Plastik solle nur dort zum Einsatz kommen, wo er wirklich nötig ist. Dabei sollte das Material möglichst recyclbar sein. Jedoch wäre nur ein Viertel der 1.000 Befragten bereit dafür mehr Geld auszugeben. Die Verbraucher sehen vor allem die Hersteller (45 Prozent der Befragten) in der Pflicht Verpackungsmüll zu reduzieren. Aber auch Handel (22 Prozent) und der Gesetzgeber (18 Prozent) werden genannt.

Und verpackungsfreie Märkte liegen nicht nur in Großbritannien im Trend. Der Studie nach haben immerhin 10 Prozent der Deutschen bereits einen verpackungsfreien Supermarkt besucht. Dabei bieten sich für den Verbraucher immer mehr Möglichkeiten. In Deutschland finden sich inzwischen Landesweit entsprechende Supermärkte ohne lästigen Plastikmüll.  

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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