Ad
Zurück zur Übersicht

07.02.2017

Fukushima: Höchste Strahlung seit Kernschmelze gemessen

Auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi ist die höchste radioaktive Strahlung seit der Katastrophe vor sechs Jahren gemessen worden. Die Arbeiter konnten erstmals einen Blick auf die Kernschmelze in Reaktor 2 werfen.

Noch immer bekommen die Tausenden Arbeiter die verunglückten Reaktoren 1-3 kaum unter Kontrolle. Der Betreiber Tepco bemüht sich, die Wassermassen aus den Reaktoren zu halten, die Vereisung des Bodens um den Reaktor funktioniert aber noch nicht richtig. Nun haben es die Helfer erstmals geschafft, einen Blick in den Reaktor 2 zu erhalten. Erste Bildaufnahmen aus dem Inneren der Sicherheitshülle zeigen eine dunkle Masse, möglicherweise der bei der Kernschmelze geschmolzene Brennstoff.

Dabei habe die Strahlung bei geschätzten 530 Sievert pro Stunde gelegen, teilte Tepco am Freitag mit. An anderen Stellen sei die Strahlung allerdings sehr viel niedriger, auch trete keine Radioaktivität mehr aus dem Reaktor aus, hieß es. Der bisherige Höchstwert von 73 Sievert pro Stunde war 2012 gemessen worden. Nach Angaben von Strahlenexperten treten gravierende Strahlenschäden auf, wenn ein Mensch innerhalb von kurzer Zeit einer Dosis von 1 Sievert ausgesetzt ist.

Kosten steigen auf 177 Milliarden Euro

Bereits 2015 hatten erste Bilder aus den Reaktoren 1 und 3 schwere Schäden im Reaktorgehäuse gezeigt, trotz der Kernschmelze wurde aber kein Brennstoff gesichtet. Die Aufnahmen aus Reaktor 2 stammen nun von einer ferngesteuerten Kamera, im Februar will Tepco einen Roboter zur genaueren Untersuchung des geschmolzenen Brennstoffs in die gefährliche Zone schicken. Die Arbeiter hoffen, dann zügig einen Plan zur Bergung zu entwickeln, die Arbeiten könnten frühestens 2021 beginnen.

Betreiber Tepco rechnet damit, dass Dekontaminierung und Abriss der Fukushima-Reaktoren 40 Jahre oder länger dauern wird. Das größte Problem dürfte dabei tatsächlich erst einmal die Bergung der radioaktiven Brennstoffe werden. Im Dezember hatte die japanische Regierung, die Tepco faktisch verstaatlicht hat, die geschätzten Kosten des Unglücks massiv nach oben korrigiert. Inzwischen geht das japanische Wirtschaftsministerium von Kosten in Höhe von 21,5 Billionen Yen (etwa 177 Milliarden Euro) aus. Noch 2013 wurden die Kosten auf elf Billionen Yen beziffert. „Wegen neuer Entwicklungen und unvorhergesehener Faktoren besteht die Möglichkeit, dass sie noch weiter steigen“, sagte Wirtschaftsminister Hiroshige Seko.

Fukushima Daiichi NPS Prompt Report 2017

Zurück zur Übersicht

Quelle   energiezukunft.eu | cw 2017

Das könnte sie auch interessieren

Anzeige