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06.12.2017

Gesunde Ernährung ist auch gut für die Umwelt

Wohlhabende Länder könnten Forschern nach viel CO2 einsparen

Eine gesündere Ernährung ist gut für die Umwelt, sagen Forscher der Universität Leiden. Vor allem in Ländern, wo viel mehr Fleisch gegeessen wird, als die jeweils empfohlene Ernährung vorsieht, ist das Potenzial groß. Um bis zu 25 Prozent ließen sich dort mit der Nahrungsmittelkette zusammenhängende CO2-Emissionen und Gewässerbelastungen reduzieren. "Wer weiß, dass die eigene Ernährung nicht gesund ist, hat mit der Umwelt einen Grund mehr für eine Umstellung", meint Studienleiter Paul Behrens.

Ökologische Fleischeslast

Die Forscher haben für weltweit 37 Länder erfasst, wie sich die Bevölkerung ernährt und wie die jeweilige, als gesund geltende nationale empfohlene Ernährung aussieht. Gerade im reichen Westen besteht da oft eine große Kluft. Die Menschen sollten ihre Essgewohnheiten ändern. "Meist bedeutet das, mehr pflanzliche Produkte wie Hülsenfrüchte und Gemüse zu essen, doch weniger Tierprodukte", so Behrens. Eben diese Umstellung würde sich auch ökologisch auswirken, da die Fleischproduktion meist vergleichsweise hohe CO2-Emissionen verursacht.

Dadurch ergeben sich gerade in Ländern, wo im Alltag zu viel Fleisch auf den Tellern landet, enorme Einsparpotenziale. In den reichen westlichen Ländern Großbritannien, Kanada, Japan und USA könnten die nahrungsmittelbedingten CO2-Emissionen um 13 bis 25 Prozent sinken. Auch in manchen Schwellenländern wie Brasilien oder Mexiko zeigt die Analyse Einsparungspotenziale von bis zu 21 Prozent, falls die Menschen auf die nationale empfohlene Ernährung umsteigen. Auch die Belastung von Gewässern mit Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor (Eutrophierung) würde signifikant zurückgehen.

DACH und andere Eigenheiten

Zwei große Ausnahmen sind der Studie zufolge Indien und Indonesien. Das sind die einzigen beiden Länder, in denen die Bevölkerung weniger Fleisch isst als eigentlich empfohlen. Im Falle einer Ernährungsumstellung prognostiziert die Studie hier sogar ein Ansteigen der nahrungsmittelbedingten Eutrophierung und zumindest für Indien auch der C02-Emissionen.

Auch die DACH-Region sticht hervor. Während die Forscher für die meisten europäischen Länder mehr oder weniger großes Umweltschutz-Potenzial durch Einhaltung der empfohlenen Ernährung prognostizieren, ist das für Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht der Fall. In allen drei Ländern würde demnach die Mehrbelastung durch mehr Gemüse-, Obst und Nussproduktion positive Effekte wohl auf- oder sogar überwiegen.       

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Quelle   pressetext.redaktion 2017 | Thomas Pichler 2017

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