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16.05.2018

Grundwasser weiter zu stark mit Nitrat belastet

Ein EU-Bericht warnt erneut, dass Deutschlands Grundwasser zu stark mit Nitrat belastet ist. Verantwortlich ist v. a. die konventionelle Landwirtschaft. Das muss sich grundlegend ändern – eine Regeneration der Wasserqualität könnte Jahrzehnte dauern.

Das Grundwasser in Deutschland ist laut einem Bericht der EU-Kommission an vielen Orten in Deutschland zu stark mit Nitrat belastet. Seit dem Bericht der Bundesregierung von 2017 hat sich die Lage nicht verbessert. Auch aktuell überschritten laut neuester Zahlen im Schnitt 28 Prozent der Messstationen im Zeitraum 2012 bis 2015 den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser. Die Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen mit mineralischem Dünger und Gülle gilt als Hauptverursacher der überhöhten Werte. Wenn Nitrat in hohen Mengen in den Körper gelangt, gefährdet es die menschliche Gesundheit, es gibt sogar Studien, die einen Zusammenhang von zu hoher Nitratkonzentration und Krebs beschreiben.

Die Trinkwasseraufbereitung wird teurer werden

Bereits vor zwei Jahren hatte die Europäische Union Deutschland wegen der Überschreitungen vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, denn die deutsche Regierung habe zu wenige Gegenmaßnahmen ergriffen. Doch die Regierung reagiert nicht – bis heute. Das Umweltbundesamt beschwichtigt zwar immer wieder, dass die Qualität des Trinkwassers nicht beeinträchtigt wäre. Das UBA stellt dabei aber auch klar, dass Zahlen nur deshalb so niedrig seien, weil die lokalen Wasserversorger zu stark belastetes Grundwasser vor der Einspeisung in das Trinkwassernetz mit Rohwasser vermischten.

Da die Nitratwerte in deutschen Grundwässern aber weiter steigen ist vorauszusehen, dass auch der technische Aufwand, der benötigt wird, um Trinkwasser weiterhin in guter Qualität verfügbar zu machen, steigen wird. Wasserversorger müssen sich an eine niedrigere Grenze halten als die 50 Milligramm pro Liter, es gilt ein Wert von 37,5 Milligramm. Wird dieser überschritten, müssen die Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um den Zustand des Grundwassers zu verbessern – ein kostspieliges Verfahren. In Gewässern – Flüssen, Seen und Meeren – sorgen Nitrate zudem für erhöhte Algenbildung.

Massentierhaltung Hauptursache für die schlechte Grundwasserqualität

Grenzüberschreitungen der Nitratwerte sind in Deutschland besonders in Gegenden zu beobachten, in denen intensive Landwirtschaft mit Massentierhaltung betrieben wird. Sie gelten als Hauptverursacher für die schlechte Grundwasserqualität. Viele Politiker und Umweltverbände fordern daher eine Änderung der Düngeverordnung, konnten sich bislang jedoch nicht gegen die Agrarlobby und das Landwirtschaftsministerium durchsetzen. Quantitativ gesehen steht Deutschland europaweit mit seinen Nitrat-Werten fast an der unrühmlichen Spitze, lediglich getoppt vom kleinen Inselstaat Malta: Dort überschritten laut Bericht im Schnitt sogar 71 Prozent der Messstationen den Grenzwert.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (na) 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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