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07.01.2017

Keine Erwärmungspause in Sicht

Nach drei Rekordjahren sagen Forscher für 2017 einen langsameren Anstieg der globalen Temperatur voraus. Ursache ist das Abklingen des Wetterphänomens El Niño. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber nicht.

In den vergangenen Jahren jagte in Sachen Erderwärmung ein Rekord den nächsten: Erst wurde 2014 zum wärmsten Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen gekürt, dann 2015, dann 2016. Bis zum August 2016 wurden laut der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde 16 Rekord-Hitze-Monate in Folge gemessen – ein Novum. Jahrelang hatten Klimaleugner über eine angebliche "Erwärmungspause" spekuliert – doch nach 2014 wurden sie merklich ruhig. Die steigenden Messwerte sprachen ganz einfach für sich selbst.

Anfang dieser Woche gab der britische meteorologische Dienst Met Office für 2017 eine moderatere Prognose ab – mit einem neuen Rekordjahr sei nicht zu rechnen. Und schon lief die Meldung als dick gedruckte Schlagzeile auf den einschlägigen Webseiten der Klimaleugner.

Allerdings ist die neue Prognose alles andere als eine Klima-Entwarnung. Die britischen Meteorologen erwarten, dass in diesem Jahr die globale Durchschnittstemperatur etwa ein dreiviertel Grad Celsius über dem Durchschnittswert der Jahre 1961 bis 1990 liegen wird (14 Grad) und ein knappes halbes Grad über dem Durchschnittswert der Jahre 1981 bis 2010 (14,3 Grad). Für ihre Prognose konnten sie auf einen neuen Supercomputer zurückgreifen. "2017 wird weltweit sehr warm werden, aber es ist unwahrscheinlich, dass es 2015 und 2016 übertrifft."

El Niño ist abgeklungen

Der Grund für das temporäre Abbremsen in der Erwärmung liegt den Wissenschaftlern zufolge daran, dass das Wetterphänomen El Niño im vergangenen Herbst endgültig abgeklungen ist. Diese Strömungsumkehrung im ozeanografisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifik tritt alle paar Jahre auf und sorgt für Wetterextreme in vielen Teilen der Welt – und auch für einen Extraschub bei der Erderwärmung.

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   Der Hintergrund wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (Susanne Götze und Benjamin von Brackel) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!   

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