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13.07.2017

Klimaschutzlabel eea: 100. Kommune und 20. Landkreis im Südwesten eingestiegen

Überlegtes Vorgehen beim Klimaschutz zahlt sich aus.

Neue Förderrunde im Juli gestartet. Informationen für Kommunen gibt es beim Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz der KEA.

Kommunen in Baden-Württemberg organisieren ihre Klimaschutzaktivitäten immer systematischer. Seit wenigen Wochen nimmt mit der Stadt Horb am Neckar bereits die 100. Kommune im Südwesten an der europäischen Klimaschutzzertifizierung European Energy Award (eea) teil. Jetzt nutzt auch der 20. Landkreis das Qualitätsmanagementsystem: Anfang Juli 2017 erhielt der Landkreis Waldshut die Förderzusage. Darauf weist das Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg hin. Mit dem eea strukturieren Städte, Gemeinden und Landkreise ihre Klimaschutzaktivitäten. Ein solches Vorgehen zahlt sich aus, da dadurch alle Potenziale systematisch ausgeschöpft werden können. Vom Landesförderprogramm Klimaschutz-Plus gibt es eine Anschubförderung von 10.000 Euro für die eea-Teilnahme. Seit 1. Juli können Kommunen auch wieder Fördergelder des Bundes beantragen; etwa für die Erstellung von Klimaschutzkonzepten oder eine Einstiegsberatung.

Landkreis Waldshut und Horb beschreiten Weg in nachhaltige Zukunft

Insgesamt nehmen jetzt knapp 60 Prozent der 35 Landkreise in Baden-Württemberg am eea teil. Der Landkreis Waldshut mit seinen 165.000 Einwohnern will sich künftig zu einer Modellregion für erneuerbare Energien und Energieeffizienz entwickeln. Seit 2007 spart er in vielen Bereichen Energie: Er investierte in die Sanierung von Immobilien und die Erneuerung sparsamer Fahrzeuge. Im Landkreis gibt es zudem viele Wasserkraftwerke. Aktuell wird über die Errichtung von Windenergieanlagen diskutiert sowie über ein Pumpspeicherkraftwerk. Hinzu kommt die Kooperation der Energieagenturen aus Waldshut und Lörrach, die die Kapazitäten bei der Energieberatung ausbauen sollen.

Rund zehn Prozent der 1.100 Städte und Gemeinden sind bei dem eea-Energielabel dabei. Die Stadt Horb am Neckar will bis 2050 klimaneutral werden und hat ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt. In Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft, der Politik und der Wirtschaft ist sie recht aktiv: Die 25.000-Einwohner-Kommune baut derzeit Nahwärmenetze aus, führt energetische Sanierungen, Heizungserneuerungen sowie Energiemanagement bei zahlreichen städtischen Liegenschaften durch, rüstet die Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED um und hat bereits einen Solarpark und ein Wasserkraftwerk errichtet. Hinzu kommt die Gründung einer Energieagentur für die Energieberatung in Haushalten und Betrieben sowie die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, der den Klimaschutzprozess vorantreibt.

eea: Gefördertes Werkzeug zur Bewertung der Klimaschutzaktivitäten

Der eea unterstützt die kommunalen Klimaschutzexperten bei der Arbeit: Klimaschutzmaßnahmen werden erfasst, bewertet und regelmäßig überprüft. Seit 2006 können Städte und Gemeinden im Südwesten an dem Zertifizierungsprozess teilnehmen, Landkreise seit 2010. „Kommunen strukturieren und intensivieren mit dem eea ihre Klimaschutzaktivitäten“, sagt Claire Mouchard von der eea-Landesgeschäftsstelle bei der KEA. Akkreditierte Berater, im Land oft Mitarbeiter der regionalen Energieagenturen, unterstützen Kommunen, bewerten die bisherigen Maßnahmen und zeigen Optimierungsmöglichkeiten auf. „Der eea bietet praxisorientierte Hilfestellungen. Wir können den Kommunen im Land nur raten, dieses Werkzeug zu nutzen“, so Mouchard.

Die Teilnahme von Städten, Gemeinden und Landkreisen am eea wird durch das Programm Klimaschutz-Plus des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft finanziell gefördert. In diesem Jahr haben sich die Förderbedingungen noch einmal verbessert. Es gibt einen Zuschuss von 10.000 Euro, die Teilnahme im ersten Jahr ist außerdem kostenfrei. Zudem profitieren die eea-Kommunen von einer Bonusförderung für investive Maßnahmen. Anfragen und Anträge nimmt die Landesenergieagentur KEA entgegen; sie koordiniert die eea-Aktivitäten im Land.

Bund fördert ebenfalls wieder

Ein planvolles Vorgehen im Klimaschutz wird auch vom Bundesumweltministerium gefördert. Im Rahmen der „Kommunalrichtlinie“ bezuschusst der Bund unter anderem die Erstellung von Klimaschutzkonzepten, Teilkonzepten und eine Einstiegsberatung. Seit 1. Juli 2017 ist das zweite Antragsfenster der Kommunalrichtlinie für dieses Jahr geöffnet. Bis zum 30. September 2017 können Kommunen und Landkreise ihre Förderanträge beim Projektträger Jülich einreichen. Die Förderung wird zunehmend genutzt: In diesem Jahr sind mehr als 1.500 Förderanträge mit einer Fördersumme von mehr als 74 Millionen Euro und einer Vorhabensumme von mehr als 222 Millionen Euro eingereicht worden. Klimaschutz bleibt also auf der Tagesordnung in deutschen Kommunen.

Klimaschutz lohnt sich nicht nur für die Umwelt

Kommunaler Klimaschutz zahlt sich aus – nicht nur für die Umwelt. Städte und Gemeinden, die die Anlagentechnik ihrer Liegenschaften erneuern, sparen Energiekosten und sind künftig unabhängiger von Energieimporten. Zudem halten sie Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region. Das bestätigt auch Ravensburgs Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp: „Kommunaler Klimaschutz macht wirtschaftlich Sinn und ist wichtig für eine moderne Stadt.“ Rapp weiß, wovon er redet: Er ist mit seiner Stadt bereits seit Jahren erfolgreich im Klimaschutz aktiv.


 

Wo gibt es Förderung

Kommunalrichtlinie des Bundes

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