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07.04.2018

Klimawandel verursacht drastische Gesundheitsschäden

„Klimawandel ist die großte Gefahr fur die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert“ (The Lancet 2009)[1]

Anlässlich des heutigen Weltgesundheitstages veröffentlicht die AG Klimawandel und Gesundheit des Netzwerks Kritische Mediziner*innen Deutschland mit Unterstützung von Gesundheits- und Umweltverbänden ihr Positionspapier „Gesundheit braucht Klimaschutz“. Darin fordern sie die neue Bundesregierung dazu auf, die Gesundheit ihrer Bürger und Bürgerinnen als höchste Priorität anzusehen, sowie globale Verantwortung zu übernehmen. Unabdingbar sei es, alles Notwendige für einen schnellstmöglichen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun und diesen auf spätestens 2030 verbindlich festzulegen.

„Die katastrophalen gesundheitlichen Folgen der Kohleverstromung sind viel zu lange ignoriert worden. Es gibt heute Alternativen in Form der Erneuerbaren Energien und damit keine Rechtfertigung mehr, Umwelt und Gesundheit durch Kohleabbau und -verbrennung weiter zu gefährden. Energiewende bedeutet nicht nur Atomausstieg, sondern auch Kohleausstieg“, sagt Dr. Alex Rosen, Vorsitzender des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW Deutschland).

Auch der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) begrüßt das Positionspapier und die Aktion der Kritischen Mediziner*innen Deutschlands. „Der Klimawandel darf nicht mehr isoliert als ökologische Herausforderung betrachtet werden, sondern als Gesundheitsproblem, das mehr und mehr Menschen betreffen wird. Ein sozialverträglicher Ausstieg aus der Kohle ist ein wichtiger Beitrag, den Klimawandel etwas zu bremsen und gleichzeitig eine verbesserte Lebensqualität zu schaffen“, sagt Florian Schöne, Generalsekretär des DNR.

Anliegen des Positionspapiers ist es, aus der Gesundheitsperspektive auf die gravierenden Auswirkungen von Ursachen und Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Hierzu zählen nicht nur Erkrankungen von Herz und Lunge durch Feinstaubbelastung und Kohleabbau, sondern auch die Bedrohung der physischen und psychischen Unversehrtheit durch zunehmende Extremwetterereignisse.

„Die drastischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels wie die Zunahme von Malaria und Denguefieber oder Nahrungsmittelmangel durch Dürren treffen vor allem arme Menschen im Globalen Süden, während die Industriestaaten die historisch Verantwortlichen sind. Diese Ungerechtigkeit gilt es abzuschaffen“, betont Dr. Andreas Wulf von medico international. Mit der Forderung nach „Klimagerechtigkeit“ solidarisiert sich das Netzwerk explizit mit den Hauptbetroffenen des Klimawandels im globalen Süden, sowie mit allen emanzipatorischen Kämpfen in den Kohleabbauregionen der Welt, vom Hambacher Forst (Rheinland) über die Appalachen bis Nordkolumbien und Südafrika.

Gleichzeitig macht das Netzwerk mit einer Kundgebung und einem Flashmob in Frankfurt am Main auf die Bedrohung der Gesundheit aufmerksam. Die Demonstration ist eingebettet in das Netzwerktreffen der Kritischen Mediziner*innen Deutschland.

[1] A. Costello u. a., „Managing the health efects of climate change: Lancet and University College London Institute for GlobalHealth Commission“, The Lancet, Bd. 373, Nr. 9676, S. 1693–1733, Mai 2009.

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Quelle   DNR 2018

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