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11.07.2018

Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre?

Eine Missernte steht uns bevor, mit jedem Tag ohne Regen schwindet die Zuversicht, vor allem im Osten der Republik. Beginnen so die mageren Zeiten? Oder ist es nur ein Ausrutscher der Natur, das ganz normale Risiko, wie es die Landwirtschaft schon immer tragen musste? Ein Kommentar von Wilfried Bommert

Für den Bauernverband ist es letzteres, ein Betriebsunfall, der sich durch Versicherungen und Steuernachlass schultern lässt. Für die Klimawissenschaft ist es ein Teil des neuen Klimas, mit dem wir in Zukunft rechnen müssen. Ein Klima, auf das unsere Landwirtschaft bisher noch nicht einmal in Ansätzen vorbereitet ist. Die Risiken der gängigen Methode werden schlichtweg übersehen.

Dabei liegen sie auf der Hand: Es sind die Hochleistungspflanzen, die für ihre Höchstleistung vor allem eines brauchen: Wasser. Für eine Kilo Getreide 1500 Liter. Es ist die Einfalt auf den Feldern, die keinen Puffer bieten, um Klimarisiken abzufedern. Und es sind die gestressten Böden, die ihre Kraft verloren haben, den natürlichen Niederschlag, den Regen zu speichern.

Die Missernte in Ostdeutschland ist ein Alarmsignal. Das System der intensiven Landwirtschaft hat seine Grenzen erreicht. Es ist Zeit für einen grundlegenden Wandel. Landwirtschaft muss wieder auf sichere Ernten setzen. Resilienz statt Höchstertrag. Auf lebendige, fruchtbare Böden, die Niederschläge wieder speichern können. Auf robuste Vielfalt statt empfindlicher Monokulturen. Sie muss sich wieder auf die Kreisläufe der Natur einstellen, sich einpassen, ohne sie zu zerstören. Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Ein „Weiter wie bisher“ darf es nicht geben. „Business as usual is not an Option“, warnte der Weltagrarrat schon 2008. Die Dürre im Osten der Republik führt uns vor Augen, wie recht er damit hat. Nicht nur bei uns und nicht nur im Sommer 2018. Wenn es uns jetzt nicht gelingt, die Wende einzuleiten, werden wir mageren Zeiten entgegen gehen. Die fetten Jahre sind vorbei.

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