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13.10.2017

Nachhaltige Bewirtschaftung von knappen Wasserressourcen im Mittelmeerraum

Die immer knapper werdenden nutzbaren Wasserressourcen im Mittelmeerraum stellen eine große Herausforderung für die lokale Bevölkerung und die regionalen Ökosysteme dar.

Daher untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dem multilateralen Verbundprojekt MedWater Möglichkeiten, wie die noch vorhandenen Wasserressourcen besser genutzt werden können.

Als Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der UN entwickelt MedWater Managementwerkzeuge mit dem Ziel, die Wassernutzung effizienter zu gestalten. Dabei sollen vorhandene Wasserressourcen und Ökosystemleistungen erhalten werden. Ziel ist es, knappe Grundwasserressourcen in vulnerablen Festgesteinsgrundwasserleitern unter mediterranen Klimabedingungen optimierter zu bewirtschaften.

Zentrale Komponenten dieser Werkzeuge sind Prognosemodelle, die das Verhalten hochdynamischer Grundwassersysteme abbilden. Über Szenarienanalysen werden die Auswirkungen externer Faktoren (zum Beispiel Landnutzung, Klimaänderung) auf Wasserressourcen und Ökosystemleistungen quantifiziert. Über ein globales Modell wird der Wasserfußabdruck für den Import und Export von Lebensmitteln bestimmt, um die Interaktion der Wassernutzung im Untersuchungsgebiet in Israel mit den globalen Wasserressourcen und Ökosystemleistungen herzustellen.

In dem geplanten Vorhaben werden Prognosemodelle eingesetzt, die eine Echtzeitoptimierung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen erlauben. Derartige Modelle unter Einbindung von Fernerkundungsdaten erlauben:

  • die kurz- und langfristige Entwicklung der Ressourcensysteme in Abhängigkeit von äußeren Faktoren (wie Klima, Technologieentwicklung und sozioökonomische Bedingungen) vorherzusagen,
  • unterschiedliche Wassernutzungs- und Wasserverteilungsstrategien zu prüfen sowie
  • integrierte Optimierungsansätze zu entwickeln, die auf bestimmte geografische, soziale, finanzielle und Umweltkonstellationen angepasst sind.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 2 Mio. € das Projekt MedWater. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Irina Engelhardt, Leiterin des Fachgebietes Hydrogeologie der TU Berlin. Zum Auftakttreffen Mitte Oktober 2017 werden rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und den Projektregionen (Israel, palästinensische Autonomiegebiete, Italien und Süd-Frankreich) in Berlin erwartet.

Neben der TU Berlin, dem Fachbereich Ökologische Dienstleistungen der Universität Bayreuth, der Abteilung Angewandte Geologie der Universität Göttingen, dem Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Würzburg, dem Büro für Angewandte Hydrologie (BAH) in Berlin, der VisDat geodatentechnologie GmbH in Dresden sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sind zehn weitere Partnerorganisationen und -einrichtungen aus Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten, Frankreich und Italien beteiligt. Auch lokale Entscheidungsträger, wie Ministerien und Wasserversorgungsbetriebe, sowie Unternehmen, insbesondere Technologieanbieter, sind involviert. MedWater ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme GRoW (Globale Ressource Wasser) im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“.

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Quelle   Technische Universität Berlin 2017

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