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03.05.2017

Neue radioaktive Verseuchung durch Waldbrand in Japan

Anti Atom Komitee: Akute Bedrohung möglicherweise bis Großraum Tokio.

Der Waldbrand bei Fukushima führt zu einer neuerlichen Verseuchung weiterer Gebiete in Japan. Das Ausmaß ist bisher nicht abschätzbar. Auch die Hauptstadt Tokio ist möglicherweise betroffen. 

In der Umgebung des zerstörten Atomkraftwerkes Fukushima ist ein Waldbrand ausgebrochen, der bisher (Stand 1. Mai) nicht gelöscht werden konnte. Dies führt zu einer weiteren radioaktiven Verseuchung nach der Atomkatastrophe in Fukushima.

„Bei einem Waldbrand werden im Rauch immer auch feste Partikel mittransportiert, die auch radioaktive Substanzen enthalten“, erklärt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

Nach Informationen aus Japan wurde die Gegend, in der der Brand ausgebrochen ist, nicht dekontaminiert und ist mit beinahe der vollen Radioaktivität nach dem dreifachen Super- GAU in Fukushima im März 2011 belastet.

„Wo und in welchem Ausmaß dieser Waldbrand jetzt zu einer weiteren Verseuchung führt, ist im Wesentlichen von der Windrichtung abhängig und kann auch den Großraum um die Hauptstadt Tokio betreffen, wo an die 30 Millionen Menschen leben“, so Manfred Doppler weiter.

Der japanische Atomgegner Kazuhiko Kobyashi kritisiert vor allem die Regierung und den AKW Betreiber TEPCO, die die Menschen nicht oder erst dann informieren, wenn es für den Normalbürger möglicherweise schon zu spät ist.

„Diese Ereignisse zeigen auch deutlich auf, dass die Lage in Japan nach der Atomkatastrophe alles andere als normal ist und wir dürfen nicht vergessen, dass Derartiges jederzeit auch in Europa passieren kann. Wir fordern daher Bundeskanzler Kern und Umweltminister Rupprechter auf, endlich konkrete Schritte zum Stopp der Atommeiler bei unseren Nachbarn zu setzen, sowie gegen die Ausbaupläne von Temelin und Co. aktiv zu werden“, so Manfred Doppler abschließend.

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  • GREENPEACE: „Hochgradig fahrlässig“ | Waldbrände in Fukushima: Interview mit Shaun Burnie, Experte für Atomenergie - Zehn Kilometer westlich von Fukushima brennt der Wald – mitten in der am höchsten verstrahlten Zone. Greenpeace-Experte Shaun Burnie berichtet über die Situation vor Ort.

Greenpeace: Wie sieht die Lage vor Ort aus?

Shaun Burnie: Das Feuer ist am 29. April ausgebrochen und bis heute nicht unter Kontrolle. Auf 20 Hektar brennt der Wald von Namie, das ist ein hügeliges Gebiet keine zehn Kilometer westlich des verunglückten Atomkraftwerkes. Japanische Medien berichten, dass Einsatzkräfte vor Ort versuchen, das Feuer von Hubschraubern aus zu löschen– eine gefährliche Arbeit, schließlich ist der Wald hoch verstrahlt. Greenpeace hat immer wieder vor der Gefahr von Waldbränden gewarnt. Gerade die Monate von März bis Mai bergen wegen der Trockenheit das Risiko für Waldbrände in der Region.

Wie groß ist die Gefahr, dass erneut Radioaktivität freigesetzt wird?

Es ist klar, dass die im Holz und im Humus des Waldbodens gespeicherten Radionuklide durch das Feuer freigesetzt werden. Aus Erfahrungen mit Waldbränden in radioaktiv verseuchten Wäldern rund um Tschernobyl wissen wir, dass bis zu 40 Prozent der in der Biomasse gespeicherten Cäsium-Partikel über das Feuer wieder in die Umwelt gelangen. Von der Hitze in höhere Luftschichten hochgerissen, kann sich die Radioaktivität auch über größere Entfernungen hin neu verteilen. Natürlich ist aber die Belastung sehr viel geringer und auch kleinräumiger als bei einem Unfall in einem Atomkraftwerk - mehr

 

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Quelle   Anti Atom Komitee | DI Manfred Doppler 2017

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