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13.03.2018

Plastik in der Schlei: SSW verlangt Aufklärung

Plastik stammte aus Speiseresten, die dem Faulturm des Klärwerks beigemischt worden waren.

Nachdem in der vergangenen Woche herauskam, dass über zwei Jahre immer wieder kleine Plastikteile aus dem Schleswiger Klärwerk in der Schlei landeten, hat nun das Landeskriminalamt den Fall übernommen. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Flensburg will es den Fall verfolgen.

"Wir ermitteln wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Schlei ist ein Meeresarm der Ostsee in Schleswig-Holstein, der die beiden schleswigschen Landschaften Angeln und Schwansen trennt. Die Einordnung der Schlei als Förde ist aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte umstritten. Nach der gängigen Lehrmeinung handelt es sich um eine glaziale Rinne, jedoch nicht um einen Fjord. Sie besteht größtenteils aus Brackwasser."

Die Ermittlungen richteten sich gegen Verantwortliche der Schleswiger Stadtwerke. Das LKA ermittelt nach eigenen Angaben bei Umweltdelikten, wenn es ein großes öffentliches Interesse gibt. Wie konnte es passieren, dass zwei Jahre lang Plastikteile in die Schlei gelangen, und wer kommt für die Beseitigung der Schäden auf? Der SSW fordert umfassende Aufklärung der Plastikeinträge in die Schlei. 

Der umweltpolitische Sprecher des SSW im Landtag, Flemming Meyer, ist schockiert: „Wie den Medien zu entnehmen war, hat der Kreis Schleswig-Flensburg  bereits seit 2016 Eingaben erhalten, wonach Plastikteile in die Schlei gelangen. Dass heißt, zwei Jahre lang wurden hochsensible Vogelbrutgebiete mit Plastikmüll geflutet, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. Das ist empörend“, so Meyer. 

Der Umweltpolitiker will es genau wissen und hat deshalb in der letzten Woche eine kleine Anfrage an Umweltminister Habeck (Drucksache 19/538) geschickt, um sich ein Bild vom Umfang der Schäden zu machen, und wer dafür aufkommt. 

Während im Kreis Schleswig-Flensburg vor allem die Schuldfrage diskutiert wird, fordert der SSW-Kreistagsabgeordnete Bjørn Ulleseit Land und Kreis auf, jetzt schnell und geschlossen zu reagieren: 

„Jetzt gilt es dringend sicherzustellen, dass das installierte Sieb wirklich alle Partikel herausfiltert, so dass kein weiteres Plastik in die Schlei gelangt. Wichtig ist zudem, dass die betroffenen Bereiche der Schlei noch vor Beginn der Brutzeit gereinigt werden“, so Ulleseit, der für den SSW  im Regionalentwicklungsausschuss des Kreises sitzt.

Das Plastik stammte aus Speiseresten, die dem Faulturm des Klärwerks beigemischt worden waren, so wurde Strom und Wärme gewonnen. Nun ist klar: Diese waren mit Verpackungsmaterial verunreinigt. So gelangten teilweise zentimetergroße Kunststoffteile in das Klärwerk. Über die Anlage gelangte das Plastik in die Schlei. Die Speisereste waren vom Recyclingunternehmen ReFood an die Stadtwerke geliefert worden.


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Quelle   SSW 2018 | europaticker 2018

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