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09.01.2019

„Rette unser Wasser“: Europaweite Aktion für starkes Wassergesetz 

Direkte Demokratie im Einsatz für die Umwelt: 100 Umweltorganisationen gemeinsam für die die Sicherung der EU-Wasserrahmenrichtlinie - Mitmachen bei „Rette unser Wasser“!

Unser Wasser ist in Gefahr. Europas Flüsse, Seen und Grundwasser leiden unter einer immer stärkeren Verbauung und Ausbeutung, jetzt sollen auch noch wichtige Umweltstandards abgebaut werden. Daher rufen 100 Natur- und Umweltschutzorganisationen sowie zivilgesellschaftliche Vereine in ganz Europa zu einer gemeinsamen Aktion auf, um unsere Gewässer zu schützen. Über ein Online-Tool können sich die Österreicherinnen und Österreicher direkt an die EU-Kommission wenden, um sich für hohe Schutzstandards einzusetzen. 

„Schutz der Gewässer nicht aufs Spiel setzen“ 

Die Aktion hat einen aktuellen Anlass: Mehrere EU-Mitgliedsländer nutzen den laufenden Fitness-Check der EU-Kommission, um die seit dem Jahr 2000 gültigen Schutzstandards und Ziele im Gewässerschutz abzuschwächen. Damit wollen sie sich, vor der Verpflichtung drücken, sämtliche Gewässer bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu bringen und vor Verschlechterungen zu schützen. Auch Österreich zählt zu den säumigen Ländern und lässt ein klares Bekenntnis zur Richtlinie vermissen: Der ökologische Gewässerschutz ist statt der geplanten 150 Millionen Euro mit null Euro dotiert. Es drohen eine noch stärkere Übernutzung der Grundwasserreserven, stärkere chemische Belastungen, etwa bei Pestiziden, und jahrzehntelange Verzögerungen bei nötigen Sanierungsmaßnahmen. 

Wie groß der Schutzbedarf ist, zeigt ein alarmierender Bericht der EU-Umweltagentur. Demnach sind 60 Prozent der Gewässer in Europa in keinem guten Zustand und damit sanierungsbedürftig. Auch in Österreich gelten nur 15 Prozent aller Flüsse als ökologisch intakt. Nur 40 Prozent sind im ausreichend gutem Zustand. 

Wichtige Ökosysteme gefährdet 

Österreich kann sich angesichts des besorgniserregenden ökologischen Zustands unserer Bäche und Flüsse eine Aufweichung der Wasser-Schutzstandards definitiv nicht leisten. Es geht um die letzten intakten Fließgewässer, die durch immer weitere Flusskraftwerke und Verbauungen gefährdet sind – ein Einhalten ist nicht in Sicht. Im Schnitt ist bereits jeder österreichische Flusskilometer durch ein Querbauwerk, eine Regulierung oder eine Restwasserstrecke unterbrochen – insgesamt gibt es 33.000 solcher Barrieren in ganz Österreich. Nicht einmal Schutzgebiete sind tabu – drei Viertel aller Kraftwerksplanungen und -bauten finden in sensiblen Gebieten, sogar in Nationalparks und Europaschutzgebieten, statt. "Wir rufen daher alle Bürgerinnen und Bürger mit Nachdruck und in geeinter Allianz auf, die Aktion ‚Rette unser Wasser‘ mit einer Unterschrift zu unterstützen und so die dringend nötige Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie voranzutreiben“, so Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. 

Ziel der Initiative „Rette unser Wasser“ ist die Beibehaltung des Wasserschutzes durch die Wasserrahmenrichtlinie und daher eine möglichst große Beteiligung an der öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission. Ab sofort bis 4. März 2019 haben sämtliche Bürgerinnen und Bürger Europas die einmalige Chance, von ihrem Mitspracherecht Gebrauch zu machen. Die Organisationen erleichtern die demokratische Teilhabe: Auf den jeweiligen Vereins-Websites ist ab sofort eine direkte Beteiligung mit nur wenigen Klicks möglich. 


Breite Umwelt-Allianz für starkes Wassergesetz 

Die Aktion zum europaweiten Wasserschutz wird getragen von 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Vereinen in ganz Europa. Die hohe Anzahl zeigt, dass nicht nur Umweltverbände, sondern auch Wirtschaft und Landwirtschaft auf intakte Gewässer angewiesen sind. So zeigen sich etwa Österreichs Fischerinnen und Fischer besorgt über den dramatischen Artenschwund in den heimischen Flüssen. Zudem unterstützen rund ein Dutzend europäischer Brauereien die Kampagne und halten in einem gemeinsamen Appell fest: Ohne sauberes Wasser gibt es auch kein gutes Bier. 

Hierzulande engagieren sich besonders viele Vereine für mehr Wasserschutz: Von den 100 teilnehmenden Organisationen sind alleine zehn aus Österreich. „Rette unser Wasser“ wird unterstützt von WWF Österreich, dem Umweltdachverband und vielen weiteren Organisationen – darunter Ökobüro, BirdLife Österreich, Naturfreunde Österreich, Naturschutzbund Österreich, Österreichischer Alpenverein, Österreichischer Fischerei-Verband, Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine und RiverWatch. Die Initiative „Rette unser Wasser“ ist Teil der europäischen Online-Kampagne #ProtectWater statt, angeführt von Living Rivers Europe – einer Koalition bestehend aus WWF, European Environmental Bureau, European Anglers Alliance, European Rivers Network und Wetlands International. 

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