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21.06.2017

"Tödliche Hitzewellen" bald Normalfall?

An Tage mit über 37 Grad Celsius, wie sie derzeit in manchen deutschen Städten herrschen, sollten wir uns schon mal gewöhnen. Selbst mit drastischem Klimaschutz dürfte laut einer Studie die Hälfte der Weltbevölkerung im Jahr 2100 regelmäßig lebensbedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein.

In den nächsten Tagen kommen die Mannheimer an ihre physiologischen Grenzen. Für Donnerstag sind in der Stadt im nördlichen Oberrheingebiet Temperaturen bis zu 39 Grad Celsius angemeldet. Besonders Kinder und alte Menschen sollten sich zumindest in der Mittagszeit nicht draußen aufhalten. Ihre Körper können sich nicht mehr anpassen an die Hitze.

An Hitzewellen wie diese sollten wir uns schon mal gewöhnen. Der Klimawandel macht sie immer häufiger. Im Jahr 2100 könnten drei Viertel der gesamten Erdbevölkerung an mindestens 20 Tagen im Jahr lebensbedrohlichen Hitzewellen ausgesetzt sein. Zumindest dann, wenn die Welt wie bisher fossile Rohstoffe verfeuert. Zu dem Ergebnis kommen Forscher um den Geografen Camilo Mora von der Universität von Hawaii in einer aktuellen Studie im Fachblatt Nature Climate Change.

Noch beunruhigender ist eine andere Zahl: Selbst wenn die Weltgemeinschaft sich zu einem wirksamen Klimaschutz durchringen würde, wäre immer noch die Hälfte aller Menschen bis zum Ende des Jahrhunderts regelmäßig Hitzewellen ausgesetzt, die lebensbedrohlich sind.

"Uns gehen die Optionen für die Zukunft aus", sagt Camilo Mora. "Was Hitzewellen angeht, bewegen sich unsere Aussichten zwischen schlecht und furchtbar." Viele Menschen auf der Welt würden bereits den "ultimativen Preis" für die Hitzewellen zahlen. "Während Modelle nahelegen, dass sich das wahrscheinlich fortsetzt, kann es noch viel schlimmer werden, wenn die Emissionen nicht deutlich gesenkt werden", erklärt der Forscher.

Die Gruppe um Mora hat über 30.000 Studien ausgewertet und ist dabei auf mehr als 1.900 Orte in der Welt gestoßen, wo seit 1980 Menschen durch ungewöhnlich hohe Temperaturen gestorben sind. Die Forscher sortierten die Daten und errechneten daraus 783 Hitzewellen in 164 Städten und 36 Ländern.

Hier können Sie den Hintergrund weiterlesen

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Quelle   Der Hintergrund wurde von der Redaktion „KLIMARETTER.INFO“ (Benjamin von Brackel) 2017 verfasst – das Nachrichten- und Debattenmagazin zu Klima und Energiewende – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung von „Klimaretter.info“ (post@klimaretter.info) weiterverbreitet werden!  

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