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16.11.2018

Verbraucher wollen weniger To-Go-Müll

Umfrage: Große Unterstützung für Maßnahmen gegen Verpackungsmüll

Deutschland produziert so viel Verpackungsmüll wie kein anderes Land in Europa: 220 Kilogramm Müll sind es pro Person und Jahr. Geht es nach Verbraucherinnen und Verbrauchern, muss sich das ändern: 96 Prozent halten es für eher oder sehr wichtig, dass weniger Verpackungsmüll entsteht. Das zeigt eine Umfrage von KantarEmnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, auf europäischer Ebene eine Richtlinie für wirksame Maßnahmen gegen Verpackungsmüll zu unterstützen.

Vor allem die Zahl der entsorgten To-Go-Verpackungen ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Jeder fünfte Befragte (21 Prozent) nutzt laut Umfrage mindestens einmal pro Woche To-Go-Verpackungen, die Mehrheit der Verbraucher (62 Prozent) allerdings selten bis nie. Diese Mehrheit muss aber für die Beseitigung des To-Go-Mülls mitbezahlen, der oft im öffentlichen Raum oder in der Natur landet.

Zustimmung für Abgaben und Pfandsysteme

Verbraucher unterstützen verschiedene Maßnahmen, damit weniger To-Go-Verpackungen genutzt werden. So sprechen sich 71 Prozent der Befragten für einen Preisnachlass aus, wenn man eigene Behälter mitbringt. Jeweils mehr als jeder Zweite begrüßt ein Verbot von Einweg-To-Go-Verpackungen (57 Prozent) und die Einführung eines Pfandsystems (55 Prozent).

„Der To-Go-Müll ist ein großes Problem und das ist Verbraucherinnen und Verbrauchern bewusst. Sie begrüßen Alternativen und Maßnahmen, um den Verbrauch an To-Go-Verpackungen einzudämmen. Das ist auch ein klares Signal an die Bundesregierung, den Müllbergen entschieden den Kampf anzusagen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Zwar tritt am 1. Januar 2019 in Deutschland das neue Verpackungsgesetz in Kraft, das höhere Recyclingquoten vorschreibt. Es enthält aber keine Regelungen, die helfen, den Verpackungsmüll deutlich zu reduzieren.

To-Go-Verpackungen reduzieren

Hoffnungen setzt der vzbv deshalb in die EU-Richtlinie zu Einwegplastik, die aktuell diskutiert wird. Neben einem Verbot von Einwegplastikartikeln sieht die Richtlinie zum Beispiel auch die Reduktion von To-Go-Verpackungen wie Boxen, Schalen und Bechern aus Plastik vor. Eine erweiterte Herstellerverantwortung soll zudem Produzenten finanziell an Reinigungsarbeiten und Maßnahmen zur Verbrauchersensibilisierung beteiligen. Der vzbv fordert, dass sich das Bundesumweltministerium für eine EU-Richtlinie einsetzt, die wirksame Maßnahmen in Deutschland ermöglicht.

Zudem müsse die Bundesregierung konkrete Ziele zur Verringerung des Verpackungsaufkommens festlegen. „Recycling ist gut und wichtig. Aber noch besser ist es, wenn der Abfall gar nicht erst entsteht. Abfallvermeidung spart Ressourcen, verringert Kosten zur Müllbeseitigung und schützt die Umwelt vor Verschmutzung“, so Klaus Müller.

Der vzbv fordert auch eine Nachbesserung des Verpackungsgesetzes. Es müsse um Maßnahmen zur Verpackungsreduktion ergänzt werden, wie etwa verpflichtenden Quoten und einheitliche Kennzeichnung für Mehrweggetränkeverpackungen. Die Mehrwegverpackung müsse für Verbraucher günstiger werden als die Einwegverpackung.

Europäische Woche der Abfallvermeidung

Vom 17. bis 25. November 2018 findet die Europäische Woche der Abfallvermeidung statt. Sie steht unter dem Motto „Bewusst konsumieren & richtig entsorgen“. Das Anliegen unterstützen auch der vzbv und seine Mitgliedsorganisationen: Gemeinsame Vorschläge, wie nachhaltiges Konsumieren für Verbraucher einfacher und attraktiver gestaltet werden kann, sind in dem Faktenblatt „Verpackungsmüll – weniger ist mehr“ zusammengefasst.

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Quelle   Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) 2018

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