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23.06.2017

Zugspitze ist Indikator für den Klimawandel

Wärmeliebende Pflanzen dringen in neue Höhen vor

Der Klimawandel wird in den Alpen immer deutlicher sichtbar. Das betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf: "Die Zugspitze ist unser Frühwarnsystem für den Klimawandel in den Bayerischen Alpen. Die Alpen stehen besonders unter Druck. Auf dem höchsten Berg Deutschlands nehmen wärmeliebende Pflanzenarten immer mehr zu. Sie verdrängen gleichzeitig Arten, die an die Kälte angepasst sind. Experten gehen auch davon aus, dass Weidetiere wie Schafe zunehmend weitere Höhen erschließen. Auf diese Veränderungen müssen wir frühzeitig reagieren."

Bayern reagiert auf den Klimawandel mit dem Bayerischen Klimaschutzprogramm 2050. Von der energetischen Sanierung staatlicher und kommunaler Gebäude über die Renaturierung von Mooren bis hin zu Projekten der Energietechnologie: Bayerns bewährte Mehrfachstrategie umfasst ein ganzes Maßnahmenpaket aus Reduktion, Anpassung, Forschung, Bewusstseinsbildung und internationale Zusammenarbeit. Bis 2050 strebt die Staatsregierung an, die jährlichen Treibhausgas-Emissionen in Bayern auf weniger als 2 Tonnen pro Einwohner zu senken.

Der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und der Klimaforschung kommt in Zukunft eine noch entscheidendere Bedeutung zu. "Der Klimawandel ist Fakt – auch in Bayern. In den Alpen ist die Temperatur in den vergangenen 100 Jahren um knapp zwei Grad Celsius gestiegen. Das ist beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Um die Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen zu können, brauchen wir gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse.

Mit der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS | Zugspitze) sind wir in eine neue Dimensionen der Klimaforschung vorgestoßen. Das Schneefernerhaus ist unsere Himmelsfiliale und ein Kristallisationspunkt für Klimaforschungs-Hochkaräter aus der ganzen Welt", so Scharf. Seit 2005 hat die Staatsregierung die UFS | Zugspitze mit etwa zehn Millionen Euro unterstützt.

Experten der Universität Augsburg haben vom Schneefernerhaus aus über mehrere Jahre hinweg auf 38 Beobachtungsflächen die Vegetation auf der Zugspitze beobachtet. Erste Ergebnisse zeigen, dass der auf dem oberen Zugspitzplatt heute noch häufige Sendtners Alpen-Mohn bei steigenden Temperaturen zunehmend durch wärmeliebendere und an Beweidung besser angepasste Arten verdrängt wird. Zu diesen zählen auch seltene Arten, wie die auf dem unteren Zugspitzplatt nur vereinzelt vorkommende Silberdistel. Die Auswertungen der Bewegungsdaten von Weidetieren wie Schafen, die mit einem GPS-Sender markiert wurden, zeigen zudem, dass diese  während zunehmend warmer Witterungsphasen bis auf das obere Zugspitzplatt vordringen. Ein im Jahresverlauf früher schneefrei werdendes Zugspitzplatt kann dieses Verhalten in Zukunft verstärken und damit die Pflanzenwelt in diesen Höhen wesentlich beeinflussen.



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