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21.04.2015

Atom-Entsorgung wird noch viel teurer

Der Rückbau der deutschen Atomkraftwerke und die Entsorgung des radioaktiven Mülls dürfte deutlich mehr kosten als gedacht: 50 bis 70 Milliarden Euro, schätzt der Chef der Endlager-Kommission.

Die AKW-Rückstellungen der Stromriesen würden davon nur die Hälfte oder zwei Drittel abdecken. Die Kosten der Atommüll-Entsorgung in Deutschland drohen deutlich höher auszufallen als bisher veranschlagt. Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Endlagerkommission des Bundestages, Michael Müller (SPD), könnten sie in den nächsten Jahrzehnten auf 50 bis 70 Milliarden Euro ansteigen. Die Rückstellungen der vier Stromkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, die diese für den Abriss der Atomkraftwerke sowie Zwischen- und Endlagerung gebildet haben, betragen aber nur 36 Milliarden.

"Auf den Staat kommen erhebliche finanzielle Risiken zu, wie das auch die Untersuchungen des Bundeswirtschaftsministeriums zeigen", sagte Müller der Frankfurter Rundschau vor der heutigen, elften Sitzung der Endlagerkommission. Diese soll bis Mitte kommenden Jahres den Neustart der Endlagersuche vorbereiten. Ihre 34 Experten haben quasi Halbzeit.

Eine Arbeitsgruppe der Kommission hat inzwischen ein Papier zum möglichen Zeitablauf von Standortsuche und Endlagerbau vorgelegt. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen fließen irgendwann in den Endbericht der Kommission ein. Deren Debatte im entsprechenden Tagesordnungspunkt 7 "Entwurf des Kommissionsberichtes" wurde am Montag zu Sitzungsbeginn abgesetzt. Die Arbeitsgruppe, die sich mit den Klagen der Stromkonzerne gegen das Endlagersuchgesetz – die Arbeitsgrundlage der Kommission – befassen will, trifft sich erstmals am 11. Mai, wie in der Sitzung bekannt gegeben wurde.

Aus dem Arbeitsgruppen-Papier ergibt sich nach bisherigem Stand, dass das Endlager-Projekt möglicherweise erst Mitte des nächsten Jahrhunderts abgeschlossen sein wird. Das Ende der Einlagerung des Atommülls – also das Einbringen des letzten Atommüll-Behälters – erwarten die Experten zwischen 2075 und 2130" und den Zustand eines verschlossenen Endlagerbergwerks "zwischen 2095 und 2170 oder später". Der Ko-Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe 3, Michael Sailer, stellte den Bericht im Laufe der Kommissionssitzung entsprechend vor.

Hier können Sie den kompletten Hintergrund lesen

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Quelle   KLIMARETTER.INFO | Joachim Wille 2015

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