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07.04.2018

Coca-Cola: "Wir richten keine Werbung an Kinder"

Die «Selbstregulierung» erweist sich als Flop: Auf Youtube richtet sich der Getränkekonzern an Teenies. "Foodwatch" klagt an.

Um einer Zuckersteuer oder der Kennzeichnung mit einer roten Ampel oder gesetzlichen Einschränkungen der Werbung zu entgehen, haben sich Hersteller von stark zuckerhaltigen Getränken zu einer „Selbstbeschränkung“ verpflichtet.

Coca-Cola zum Beispiel ist Mitglied einer „Plattform für Ernährung und Bewegung„ und verspricht auf seiner Webseite:

  • „Coca-Cola wirbt nicht in Medien, die sich an Kinder unter zwölf Jahren richten, und vertreibt seine Getränke nicht an Grundschulen.“

Vom „Spiegel“ über die Youtube-Kampagne befragt, relativierte Coca-Cola sein Versprechen:

  • „Wir platzieren keine Werbung in Medien, die sich mehrheitlich an Kinder unter 12 Jahren richten.“

Der Getränkekonzern räumt ein, dass er auch mit „Influencern“ in sozialen Medien zusammenarbeitet, welche zum Teil ein bis zwei Millionen Abonnenten haben. Die deutsche Fachzeitschrift „Werben & Verkaufen“ lobte den Konzern: „Coca-Cola ist eine der wenigen Marken, die das ‹Content Marketing› verstanden hat.“ Dabei sei es eigentlich ganz einfach: „Jugendliche erreicht man heute am besten, wenn man über die Kanäle kommuniziert, die sie selbst nutzen.“

„Foodwatch“ hat einige Werbemethoden von Coca-Cola in einem Report aufgedeckt. Die Konsumentenorganisation kritisiert, der US-Konzern betreibe auch Werbung, die sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche richte.

Grossbritannien vertraut der „Selbstregulierung“ der Branche nicht mehr und hat vor einem Jahr eine Zuckersteuer eingeführt – abgestuft nach dem Zuckergehalt. Um von einer günstigeren Steuerstufe zu profitieren, hat Coca-Cola in Grossbritannien den Zuckeranteil von Coca-Cola, Fanta und Sprite bereits stark reduziert.

In der Schweiz hat die bürgerliche Parlamentsmehrheit eine Zuckersteuer kürzlich abgelehnt mit dem Argument, die Konsumentinnen und Konsumenten könnten selber entscheiden, was sie trinken. Gleichzeitig lehnen diese Parlamentarier jedoch auch eine deutliche Ampel-Kennzeichnung des Zuckergehalts ab. Konsumentinnen und Konsumenten sollen sich mit dem Kleingedruckten abmühen.

 

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „INFOsperber.ch“ 2018 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! 

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