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29.06.2018

Der Schwefel und die Weltwirtschaft

Die Seeschifffahrt ist dreckig: 15 der größten Schiffe emittieren mehr Schwefel und Stickstoff als alle Autos der Welt. Das soll sich ändern. Der neue Schwefelgrenzwert für Schiffstreibstoff wird den Markt für Raffinerieprodukte durcheinanderwirbeln und könnte eine Rezession auslösen. 

Der Ölpreis hängt vom globalen Wachstum, Kriegen, dem Ölkartell Opec und dessen Verhältnis zu Russland, den US-Frackern und dem realexistierenden Sozialismus in Venezuela ab. Wie diese Faktoren zusammenspielen, ist kaum vorhersagbar, und dasselbe gilt folglich auch für den Ölpreis. Doch nun sorgt eine Bestimmung der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO für Aufregung an den Märkten: Die IMO hat beschlossen, dass der Schwefelgehalt im Treibstoff für Schiffe sinken muss – von heute 3,5 Prozent auf noch 0,5 Prozent ab dem 1. Januar 2020. Das klingt zunächst harmlos, da der Schiffsverkehr nur rund fünf Prozent der gesamten Ölnachfrage ausmacht. Für die Weltwirtschaft könnte der neue Grenzwert aber schwerwiegende Konsequenzen haben.

Doch der Reihe nach: Derzeit verbrennen Hochseeschiffe meist Schweröl. Dieses ist so dreckig, dass es erst bei einer Temperatur von 50 bis 60 Grad flüssig wird. Die Seeschifffahrt ist denn auch für 13 Prozent der globalen Schwefel- und 15 Prozent der Stickstoff-Emissionen verantwortlich.

Um den neuen Schwefelgrenzwert einzuhalten, haben die Reeder drei Möglichkeiten: Sie bauen Filter ("Scrubber") ein und verbrennen weiter Schweröl oder sie stellen ihre Flotte auf Flüssiggas um. Beides gilt als teuer. Die dritte Option ist schließlich der Einsatz von schwefelarmem Schiffsdiesel oder -gasöl. Die Internationale Energieagentur IEA hat nun ausgerechnet, was das für den Verbrauch von Schiffsdiesel bedeutet: Von einem Tag auf den anderen steigt die Nachfrage von 0,74 Millionen Barrel (159 Liter) auf 1,74 Millionen Barrel – pro Tag.

"Schifffahrt und Raffinerien sehen sich einer riesigen Herausforderung gegenüber", schreibt daher die IEA. 

Hier können Sie den Bericht weiterlesen

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion „klimareporter.de“ (Christian Mihatsch) 2018 verfasst - der Artikel darf nicht ohne Genehmigung (post@klimareporter.de) weiterverbreitet werden! 

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