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27.08.2017

Eis-Mauer zum Schutz vor kontaminiertem Wasser

In Fukushima läuft seit der Atomreaktor-Katastrophe 2011 radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik. Um den Prozess zu verhindern, wurde nun eine unterirdische Mauer aus Eis erstellt. Doch Beobachter zweifeln an der Effektivität dieser Methode.

Um den Prozess zu verhindern, wurde nun eine unterirdische Mauer aus Eis erstellt. Doch Beobachter zweifeln an der Effektivität dieser Methode.

Der unterirdische Eiswall ist seit März 2016 im Bau. Zur Fertigstellung der eisigen Mauer pumpte der Betreiber Tepco in dieser Woche Kühlmittel in die verbleibenden Meter Erdreich. Die 1,5 Kilometer lange und 30 Meter tiefe Eiswand soll die Reaktor-Unglücksstelle in Fukushima umschließen und damit verhindern, dass Grundwasser aus den Bergen in die Unfallstelle dringt, dort kontaminiert wird und anschließend in den Pazifik fließt. Die Finanzierung des millionenteuren Eiswalls trägt der Staat.

Der AKW-Betreiber Tepco pumpt das kontaminierte Wasser bislang aus und lagert es in großen Tanks. Die Tanks sind aber bereits voll, Tepco hatte erst vor kurzem angekündigt, das radioaktiv verseuchte Wasser aus den Tanks in den Ozean zu leiten.

Nach der Kernschmelze der drei Reaktoren 2011 waren diese mit Wasser geflutet worden, um die Reaktoren und die Brennstäbe in den Abklingbecken zu kühlen; das dadurch kontaminierte Wasser floss schon damals teils ins Meer und ins Grundwasser.

Experten bezweifeln, dass der Eiswall auch ausreichend Wirkung zeigen wird – das Verfahren ist nicht erprobt. So werden Grundwasser und Ozean wohl weiterhin radioaktiv belastet, ein Ende ist nicht in Sicht; Tepco selbst spricht von etwa 40 Jahren Zeit, um die Schäden zu beheben.

Auch das ist wohl nur ein vage geschätzter Zeitraum – durch die Lage am Meer und die Gefahr weiterer Naturereignisse sind Fukushimas Reaktoren zudem besonders gefährdet.

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Quelle   energiezukunft.eu | na 2017 |  (Foto: Greg Webb / IAEA , CC BY-SA 2.0)

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