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04.12.2018

Klimaschutz im Gebäude

Nicht nur Nutzungsphase, sondern gesamten Lebenszyklus bei energetischer Bewertung berücksichtigen.

Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung auf, Klimaschutz und Ressourceneffizienz im Gebäudebereich deutlich ambitionierter anzugehen – Insbesondere „Graue Energie“ sollte mehr in den Blick genommen werden – Bau- und Dämmstoffoptionen mit besserer Ökobilanz, wie zum Beispiel Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen verstärkt einsetzen – Nötig sind klare Anreize und Beseitigen bestehender ordnungsrechtlicher Hemmnisse.

Damit Deutschland seine verbindlichen Klimaziele bis 2030 und den klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 erreicht, muss die Bundesregierung über die aktuell geplanten Maßnahmen hinaus schon heute ambitionierte weitere Schritte im Gebäudesektor einleiten. Erhebliches Potential, um CO2 einzusparen, existiert im Bereich der „Grauen Energie“. Diese fällt bei der Herstellung von Baumaterialien, der Errichtung von Gebäuden sowie dem späteren Rückbau an. In der aktuellen Diskussion um Energieeffizienz im Gebäudebereich findet das Thema bisher jedoch kaum Beachtung, auch im jetzt vorliegenden Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bleibt es völlig ausgeblendet. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, vernachlässigte „Graue Energie“ in die energetische Bewertung von Gebäuden einzubeziehen und den Einsatz ökologischerer Bau- und Dämmstoffe zu fördern.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang ein grundsätzliches Umdenken hin zu Lebenszyklusbetrachtungen von Gebäuden. Das derzeitige Regelwerk und Fördersystem betrachtet ausschließlich die Energie- und CO2-Einsparungen während deren Nutzungsphase. Herstellung und Entsorgung von Baumaterialien bzw. Lebensende und Rückbau eines Gebäudes bleiben außen vor. Dies greift zu kurz, denn ein Viertel der Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich entsteht bei der Herstellung der Baumaterialien, der Errichtung von Gebäuden sowie bei der Entsorgung. Nur wenn alle Stufen berücksichtigt werden, wird verhindert, dass Bilanzen schöngerechnet und CO2-Einsparziele am Ende nicht erreicht werden“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren. Die Hälfte der Abfallmenge Deutschlands entsteht im Bausektor. Bei einer geplanten Neubauoffensive und notwendigen Sanierungstätigkeiten muss von einem weiter ansteigenden Verbrauch an Energie und Rohstoffen für Baumaterialien ausgegangen werden. „Um langfristig Klimaschutz und Ressourceneffizienz im Gebäudebereich ganzheitlich zu adressieren, sollten das GEG und daran angegliederte Instrumente so weiterentwickelt werden, dass die erheblichen Klima- und Ressourcenschutzpotenziale in der Herstellung und beim Recycling von Bau- und Dämmstoffen auch erschlossen werden“, so Metz weiter.

Bau- und Dämmstoffoptionen mit besserer Ökobilanz, wie Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, sollten aus Sicht der DUH verstärkt zum Einsatz kommen. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen sind jedoch im Bauwesen noch durch baurechtliche und normative Hürden vielfach benachteiligt. Daher fordert die DUH, dass die Bundesregierung bei der ordnungs- und förderpolitischen Neuausrichtung bestehende Hemmnisse beseitigt und klare Anreize für den vermehrten Einsatz von ökologisch vorteilhaften Dämm- und Baustoffen schafft.

In diesem Kontext begrüßt die DUH die Gründung des Verbandes für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (vdnr). Dies öffnet neue Perspektiven für mehr Klimaschutz und Umweltverträglichkeit im Gebäudesektor.

Hintergrund:

Die DUH setzt sich im Rahmen des durch die NKI geförderten Projekts „Natürlich Dämmen – Klimaschutz zieht ein“ („KlimaZ“) dafür ein, mehr Transparenz in dem Themenfeld Dämmstoffe – besonders mit Blick auf ökologische Optionen wie nachwachsende Rohstoffe – beim Verbraucher und allen ausführenden und beratenden Akteuren zu schaffen. Das Projekt „KlimaZ“ wird gemeinsam von der DUH und co2online gGmbH umgesetzt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Das Projekt „Stärkung nachwachsender Rohstoffe im Dämmstoffmarkt“ („StaR-Dämm“) möchte bestehende strukturelle Hemmnisse für den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen identifizieren, Lösungsvorschläge entwickeln, Informationsdefizite abbauen und so deren Marktanteil erhöhen. Das Projekt StaR-Dämm wird gemeinsam von der DUH und dem Thünen Institut für Holzforschung umgesetzt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert - mehr

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Quelle   Deutsche Umwelthilfe 2018

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