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15.01.2019

Klimawandel kostete letztes Jahr 160 Milliarden

Extreme Wirbelstürme, Dürren und Waldbrände verursachten 2018 erneut hohe Kosten für Versicherer. Einen großen Einfluss hatte daran der Klimawandel. Insgesamt beliefen sich die Schäden durch Naturkatastrophen auf rund 160 Milliarden US-Dollar.

Die Naturkatastrophen-Bilanz des Jahres 2018 fällt erneut vernichtend aus. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Gesamtschäden auf etwa 160 Milliarden US-Dollar, so das Fazit des Rückversicherers Munich Re. Vor allem im zweiten Halbjahr seien die Kosten besonders groß gewesen. Rund die Hälfte der Schäden war dabei versichert, wodurch die Schadensbelastung für Versicherer deutlich höher als im langfristigen Durchschnitt war. Trotzdem blieben die Kosten unter der extremen Schadenssumme von 350 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2017, die von Rekordschäden durch Hurrikans geprägt wurde.

Besonders kostspielig waren – wie auch schon im Vorjahr – die Waldbrände in Kalifornien. Sie schlugen 2018 mit über 16 Milliarden US-Dollar zu Buche. Dabei gebe es klare Hinweise darauf, dass der menschengemachte Klimawandel einen Einfluss auf die Brände hatte. „Derart große Feuer treten durch den Klimawandel offenbar häufiger auf“, so Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands von Munich Re. Bei den Baustandards und der Landnutzung müsse deshalb dringend gehandelt werden, um Schäden zu vermeiden. Die Versicherer müssten überprüfen, ob derartige Naturkatastrophen in ihren Modellen abgebildet werden oder man die Risikosteuerung und Zeichnungsstrategien anpassen muss.

Schäden aus Waldbränden sprunghaft angestiegen

„Unsere Daten zeigen, dass die Schäden aus Waldbränden in Kalifornien in der jüngeren Vergangenheit fast sprunghaft angestiegen sind“, sagt Ernst Rauch, Chef-Klima- und Geowissenschaftler von Munich Re. Zugleich seien die Sommer heutzutage öfter heiß und  trocken, was Waldbrände begünstige. Viele Wissenschaftler 

sehen darin einen Zusammenhang mit dem fortschreitenden Klimawandel“, so Rauch.

Die Besiedelung waldnaher Gebiete würden als weitere menschgemachte Faktoren hinzukommen. Insgesamt seien die Opferzahlen und Schadenssummen immens, weswegen vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden und Schäden wichtig sind. „Auch Versicherer müssen die Schadenzunahmen in ihrem Risikomanagement und der Kalkulation des Risikopreises berücksichtigen“, fordert Rauch.

Über 10.000 Todesopfer

Außerdem kamen im Jahr 2018 durch die verheerenden Naturkatastrophen auch rund 10.400 Menschen ums Leben. Bei der Erdbeben- und Tsunami-Serie in Indonesien starben allein rund 3.100 Menschen. Trotzdem ist die Zahl der Todesopfer im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre (53.000) insgesamt deutlich gesunken. Dies sei ein Indiz dafür, dass weltweit betrachtet Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben langsam greifen.

Milliardenschäden in der Landwirtschaft

In Europa verursachte ein besonders heißer, langer und ungewöhnlich trockener Sommer insbesondere in der Landwirtschaft Milliardenschäden. Über viele Monate hinweg regnete es praktisch überhaupt nicht, wodurch Getreide und Feldfrüchte zu früh reif und Grünfutter für Vieh knapp wurden. Dabei entstanden durch die Dürre direkte Schäden in Höhe von knapp vier Milliarden US-Dollar.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (jk) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 25 / Herbst 2018 | "Baustelle Energiewende - Was jetzt zu tun ist" | Jetzt lesen | Download

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