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02.05.2017

Vorbildliche Ökostrom-Offensive in Ostafrika

Das ostafrikanische Land Kenia macht Ernst mit der Energiewende. Statt wie bisher ein geplantes AKW zu errichten, wird nun der größte Solarpark und ein RiesenWindpark gebaut.

Ab Mai müssen Millionen Privathäuser  Solarthermie-Anlagen installieren. Auch Hotels, Schulen und Firmen sind dazu verpflichtet, wenn sie pro Tag mehr als 100 Liter Wasser verbrauchen. Bislang gab es in Kenia 150.000 Warmwasser-Anlagen. Künftig sollen es über drei Millionen sein. Wer nicht solar nachrüstet, muss eine Strafe von bis zu 10.000 Euro bezahlen oder eine Gefängnisstrafe absitzen.

Die Kosten pro Anlage liegen zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Damit sind frühere Pläne der Regierung Kenyatta obsolet, ein Atomkraftwerk zu bauen. Eine Entwicklung wie sie zurzeit in vielen Ländern zu beobachten ist. Strom aus Sonne und Wind sind bereits weit preiswerter als Atomstrom. Der Rohstoff ist ein Geschenk des Himmels.

Im Sommer 2017 soll im Nordwesten des Landes der größte Windpark südlich der Sahara errichtet werden – mit 365 Windmühlen. Hier können etwa ein Fünftel des heutigen Stromverbrauchs von Kenia erzeugt werden. In den letzten Jahren wurden bereits Millionen kenianischer Haushalte ans Stromnetz des Landes angeschlossen. Jetzt haben 65 % der Kenianer Strom – vor vier Jahren waren es noch 23%.

Außerdem will die Regierung in Nairobi in den nächsten Wochen mit dem Bau des größten Solarparks in Ostafrika beginnen – auf einer Fläche von 82 Hektar. Welch eine Chance für ganz Afrika, wenn seine Zukunft erneuerbar wird. Auf den heute noch armen Kontinent wartet ein großer solarer Reichtum. Wenn die Energiewende intelligent organisiert wird, muss in Afrika bald kein Kind mehr verhungern

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Quelle    Süddeutsche Zeitung - 25. April 2017 | Sonnenseite 

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