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31.03.2019

3,6 Millionen weniger Tote im Jahr sind möglich

Würde die Menschheit auf das Verbrennen fossiler Energieträger verzichten, gäbe es Jahr für Jahr Millionen weniger Todesfälle, die aktuell noch an den Folgen der Luftverschmutzung sterben. Auch würden die Niederschläge in trockenen Regionen zunehmen.

In einer groß angelegten Computersimulation kombinierte eine internationale Forschergruppe ein globales Klimamodell, mit einem Modell der weltweiten Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung. Das Ergebnis: Ein Verzicht auf das Verbrennen von Kohle, Öl und Erdgas würde bis zu 3,61 Millionen Menschen jährlich das Leben retten, die durch saubere Luft nicht mehr an den Folgen von Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sterben.  

Das Modell der weltweiten Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung beruht dabei auf einer großen Anzahl von Studien, mit Teilnehmern aus aller Welt. So lassen sich dem Modell zufolge 65 Prozent der weltweiten vorzeitigen Todesfälle auf die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger zurückführen. Dabei machen die Wissenschaftler darauf aufmerksam, dass vor allem Feinstaub für die tödlichen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verantwortlich ist.

Feinste Partikel zerstören ungehindert den Körper

Denn während zuletzt vor allem Stickoxide und Kohlendioxid in der Debatte standen, sehen Kardiologen Risiken für die Gesundheit vor allem in der Feinstaubbelastung, da die Partikel mit einer Größe von weniger als 2,5 Mikrometern über die Lungen in die Blutgefäße gelangen. Dort verursachen sie Entzündungen und Atembeschwerden, die zu chronischem Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin führen.

Und Feinstaub tritt nicht nur bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe auf, sondern unter anderem auch in der Landwirtschaft und beim Reifenabrieb von Autos. Würden diese und alle weiteren durch den Mensch verursachten Schadstoffquellen für Luftverschmutzung ebenfalls eliminiert, so könnten sogar 5,5 Millionen vorzeitige Todesfälle weltweit verhindert werden.

Vertretbarer globaler Temperaturanstieg

Dabei käme es jedoch kurzfristig zu einem globalen Temperaturanstieg von 0,5 Grad. Denn die Feinstaubpartikel in der Luft reflektieren zum Teil das Sonnenlicht und kühlen damit in gewissem Maß das Erdklima. Langfristig würde sich die Erwärmung aber auf ein Plus von 0,36 Grad einpendeln. Nicht vergleichbar mit den verheerenden Folgen, die ein weiterhin ungehinderter Ausstoß von Feinstaub, Stickoxiden und Treibhausgasemissionen für das Klima der Erde und die Gesundheit der Menschen haben.

Und noch einen weiteren Vorteil hätte die geringere Luftverschmutzung: Es würde in vielen Regionen der Erde mehr regnen. So könnten die Niederschläge in von Dürre bedrohten afrikanischen Regionen wie der Sahelzone um bis zu 40 Prozent zunehmen, errechneten die Forscher. Für den Leiter der Forschergruppe Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie ist daher klar, dass der Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger nicht nur mittelfristig das Klima schützen würde, sondern auch eine große Chance bietet, die Gesundheit von Menschen weltweit deutlich zu verbessern. „Saubere Energiequellen haben das Potenzial, Menschenleben zu retten“, so Lelieveld.  

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (mf) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 25 / Herbst 2018 | "Baustelle Energiewende - Was jetzt zu tun ist" | Jetzt lesen | Download

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