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23.12.2017

Afrikahilfen bekämpfen Fluchtursachen - Es ist gut an sie zu spenden

Wirkliche Fluchtursachenbekämpfung gelingt nur, indem vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe und zur Stärkung der Kleinbauern organsiert wird.

Ja, die Zeitungen sind voll von dem Thema und viele Politiker reden zu Recht von der Bekämpfung der Fluchtursachen. Es ist besser den Menschen vor Ort in Afrika und anderen Ländern, in denen die menschlichen Lebensgrundlagen heute schon bedroht sind oder gar vernichtet wurden, zu helfen. Es ist sinnvoll ihnen in ihrer Heimat wieder menschenwürdige Lebensgrundlagen zu ermöglichen oder diese zu erhalten. In ihrer Verzweiflung suchen sie in Europa ihr Glück und weder Zäune, Mauern, noch Auffanglager in Nordafrika werden Menschen, die keine Perspektive in ihrer Heimat mehr sehen, von ihrer Flucht nach Europa abhalten.

 Aber wie sieht eine echte Fluchtursachenbekämpfung aus? Sicher ist nicht geholfen, wenn große, internationale Lebensmittelkonzerne auch noch staatliche Gelder für Investitionen in Afrika bekommen. Oft vernichten sie dort die letzten funktionierenden Selbstversorgungsstrukturen. Sie kommen, um mit Gentechnik, Mineraldünger und Pestiziden angeblich höhere Erträge zu erwirtschaften, bieten nur wenigen Arbeitern für Hungerlöhne neue Arbeit und vernichten gleichzeitig die Selbstversorgungsstrukturen von Millionen Kleinbauern.

Wirkliche Fluchtursachenbekämpfung gelingt nur, indem vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe und zur Stärkung der Kleinbauern organsiert wird. Dies gelingt nur mit Bildung und entsprechender technischer Infrastruktur für die Verbesserung dezentraler Selbstversorgungstrukturen. Dazu braucht es Kindergärten, Schulen, Solarenergie und angepasste Agroforstmethoden. Mit PV, Batterien und LEDs, statt teurem Kerosin in rußenden und krebserregenden Kerosinlampen kann auch nach Sonnenuntergang noch gelernt oder Handwerk verrichtet werden. Es braucht aber auch Aufklärung und Gesetze, um mit unmenschlichen Traditionen, z.B. der weiblichen Genitalbeschneidung Schluss zu machen.

Die richtigen technischen, ökonomischen und pädagogischen Methoden und Aktivitäten dafür, unabhängig von Konzerninteressen, liefern oft sehr erfolgreich unabhängige oder staatliche Hilfsorganisationen.

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsorganisationen, die sich für Afrika wie auch für verbesserte Bedingungen auf anderen Kontinenten einsetzen, die meist privat mit großartigem Einsatz, oft ehrenamtlich geführt werden. Sie mit Spenden und Aktivitäten zu unterstützen, ist ein erfolgreicher Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung, den jeder leisten kann.

Sicher finden Sie auch in Ihrer Umgebung gut geführte Afrikahilfen, die oft mit viel ehrenamtlichem Engagement Erhebliches zur Fluchtursachenbekämpfung leisten. Geben Sie zum Friedensfest Weihnachten Ihre Spende gerade an solche Organisationen.

Drei Bespiele will ich dazu vorstellen: eine Organisation, die gerade mit einem Preis der Stadtwerke Konstanz ausgezeichnet wurde, und zwei aus der näheren Umgebung meiner Heimat Franken.

Verein Juamii e.V.
Der Verein Juamii e.V. ist Gewinner des diesjährigen mit 5.000 Euro dotierten Enspire-Preises der Stadtwerke Konstanz, in dessen Jury ich mitwirken durfte.

Juamii e.V. arbeitet in einem der größten Slums der Welt, Nähe Nairobi in Kenia. Juamii wird mit dem Preisgeld in die dringend benötigte Solaranlage in der von ihnen betreuten und staatlich nicht geförderten Schule des dortigen Slums investieren. Damit kann sauberes Trinkwasser für die Schüler auch während der oft tagelangen Stromausfälle hergestellt und das teure Kerosin für die rußenden und krankmachenden Lampen eingespart werden. So kann die Bildung der Kinder, die in den Slums leben, deutlich verbessert werden, womit sich ihre Chancen auf ein Leben in Selbstbestimmung und Selbstversorgung erheblich erhöhen.

Holiday and Help gemeinnütziger e. V. Oberlauringen in Franken
Holiday and Help gemeinnütziger e.V. ist eine Hilfsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mädchen vor FGM (weiblicher Genitalbeschneidung) zu schützen und ihnen eine qualifizierte Schulausbildung zu ermöglichen, um nach einer entsprechenden Berufsausbildung unabhängig und selbstverantwortlich das Leben und die Zukunft verwirklichen zu können.

Nach ersten Projekten seit 2007 (Schulmöbel / Schulbedarf / Zisternen / Solaranlagen und einem Dutzend Patenschaften) an der kenianischen Küste hat sich der Verein schon bald auf die Ausrottung der Beschneidung von jungen Mädchen und Babys im „Amboseli“ konzentriert.

 Obwohl FGM bereits in 28 afrikanischen Staaten unter Strafe steht, lässt sich eine über 3.000-jährige Tradition auch bei den Massai nicht einfach verbieten. Deshalb berät Holiday and Help die 8-10-jährigen Mädchen und ihre Familien, organisiert vor Ort jährliche 1-3-tägige FGM-Meetings mit bis zu 200 Mädchen und nimmt schlimmstenfalls die gefährdeten Mädchen in Obhut. Mit Unterstützung deutscher Pateneltern werden diese Mädchen in einheimischen Familien und Internaten untergebracht.

Afrika-Hilfe-Franken e.V.
Afrika-Hilfe-Franken e.V. ist eine kleine NGO, die Bildung anbietet und die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern sucht, um Fluchtursachen zu bekämpfen.

2017 und 2018 sind folgende Projekte und Ziele vorgesehen:

  • Unterhalt des vereinseigenen Kindergartens in Kiparang´anda/Tansania: Darunter fallen die Löhne für zwei Erzieherinnen, eine Köchin und einen Wachmann; Lebensmittel, die zusätzlich zum Obst- und Gemüseanbau auf dem eigenen Grundstück benötigt werden; Brennholz zum Kochen; die bauliche Unterhalt des Gebäudes für zwei KIGA-Gruppen (75 Kinder), der Photovoltaikanlage, usw.
  • Unterstützung der Grundschule Kiparang´anda B, als Fortführung der Bildung nach der Kindergartenzeit: Fertigstellung eines Rohbaus und Unterhalt des von der Afrika-Hilfe-Franken gebohrten Brunnens mit solarer Pumpe. 
  • Errichtung zweier Kindergärten in Bigwa und Magoza: Planung, das Material und die lokalen Handwerker werden von der Afrika-Hilfe-Franken finanziert; der Betrieb geht dann in die Verantwortung der jeweiligen Gemeinde.
  • Weitere Unterstützung des Krankenhauses in der Westsahara im Flüchtlingslager in Laayun. Konkret geht es um die Wasserversorgung und die Stromversorgung für den Krankenhausbetrieb durch Photovoltaik. Immer wieder fragen Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden in Tansania nach, ob die Afrika-Hilfe-Franken nicht auch in ihrer Gemeinde einen KIGA bauen könnten, da dies keine staatliche Aufgabe ist. Diese Anfragen zeigen die hohe Notwendigkeit auf, eine entsprechende Afrikahilfe auszuweiten.

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