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18.05.2017

Eine Zukunft ohne Öl und Gas ist möglich

Greenpeace und Energie-Experten zeigen klare Optionen für ein klimaverträgliches Geschäftsmodell auf.

 

Greenpeace hat gestern eine zukunftsfähige Vision für den österreichischen Mineralölkonzern OMV vorgestettl, darin sind Erdöl und Erdgas abgesagt. Es werden stattdessen Wege aufgezeigt, die nicht nur gewinnbringend, sondern gleichzeitig ein Plus für das Klima sind. Dazu zählen Bereiche wie die Geothermie, der Ausbau bereits bestehender OMV-Tankstellen für die Elektromobilität, die verstärkte Produktion von Wasserstoffen sowie die Entwicklung von klimaverträglichen Kraftstoffen für die Luftfahrt. Mit dem Vorschlag will Greenpeace die Transformation des Konzerns unterstützen.  

‘Die OMV kann auch in einer Energiezukunft ohne Öl und Gas eine zentrale Rolle spielen’, sagt der Studienautor sowie Energie- und Umwelttechnologe Thomas Steffl. ‘Zwar können wir der OMV Optionen für klimaverträgliche Geschäftsfelder aufzeigen – den Weg beschreiten muss der Konzern aber selbst. Es braucht schnellstmöglich eine neue Konzernstrategie, die mit dem Pariser Klimaschutzabkommen vereinbar ist.’ Denn die im Konzernbericht präsentierte Strategie setzt vor allem auf Erdöl und Erdgas. Im Greenpeace-Dossier ‘Vision OMV’ werden zukunftsträchtige Optionen aufgezeigt: Die Überlegungen in dieser Vision bauen auf bestehenden Projekten, der Infrastruktur und dem Wissen der OMV auf.  

Ein Beispiel ist die Geothermie: Da das Unternehmen nicht nur im Bereich der Tiefenbohrung erfahren ist, sondern auch ein umfassendes Wissen über die geologischen Gegebenheiten in Österreich besitzt, könnte die OMV Erdwärme nutzbar machen – direkt als Wärmequelle und für die Stromgewinnung. Auch kann die bereits vorhandene Infrastruktur genutzt werden: Die OMV betreibt derzeit rund 3.800 Tankstellen. Hier könnten Ladestationen für E-Autos ausgebaut und eCar-Sharing angeboten sowie der Güterverkehr mit Wasserstoff versorgt werden. Mit Wasserstoff gibt es für die OMV noch über die Mobilität hinausgehende Optionen: Kopplung der Energiesektoren Wärme, Strom und Mobilität inklusive der Zwischenspeicherung der Energie sowie der Einsatz als Produktionsrohstoff, etwa als Reduktionsmittel in der Stahlherstellung.

Und es gibt noch weitere Möglichkeiten. ‘Nachhaltige Lösungen fehlen bislang für die Luftfahrt’, so der ehemalige OMV-Innovationsleiter Walter Böhme. ‘Die Öl- und Gasindustrie ist bestens positioniert diese Lösungen zu entwickeln.’ Dafür braucht es mittelfristig einen klimaverträglichen Ersatz für Kerosin, der etwa aus biologischen Reststoffen gewonnen wird. Benötigt wird ein flüssiger Kraftstoff mit einer hohen Energiedichte, der mit Kerosin vergleichbar ist. Mit der Erfahrung Kraftstoffe aller Art herzustellen, kann die Öl- und Gasbranche an diesen Lösungen arbeiten.

Sollte die OMV keine neue Konzernstrategie anstreben, muss die Politik handeln. Denn die Republik Österreich ist mit 31,5 Prozent der größte OMV-Aktionär. ‘Als Eigentümervertreter ist Finanzminister Hans Jörg Schelling am Zug’, so Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. ‘Wenn von der OMV selbst nichts kommt, muss Schelling eine klimaverträgliche und zukunftsorientierte Strategie des Konzerns erwirken’, fordert Simons abschließend. 

 

 

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Quelle   Greenpeace Österreich 2017

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