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14.12.2017

Extreme Wetteraussichten

Das deutsche Klima könnte sich radikal ändern.  

Eine Studie deutscher Forschungsinstitute warnt bei einem Weiter-wie-bisher-Szenario vor einer Erhöhung der Jahresmitteltemperatur um fast vier Grad. Extremwetterereignisse würden zum Normalfall werden.

Anfang Oktober wütete der Orkan „Xavier“ über Deutschland. Mehrere Menschen starben durch umgestürzte Bäume. Die Stärke der Windböen war für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich. Die noch mit Laub bedeckten Bäume boten den über 100 km/h schnellen Böen zu viel Angriffsfläche und knickten reihenweise um. Nach Ansicht der Forscher des Regionalen Klimaprojektionen Ensemble Deutschland (ReKliEs-De) könnten diese Extremwetterereignisse in Zukunft zum Normallfall werden und nicht wie bisher jährlichen Schwankungen unterliegen. Auch die durchschnittliche Jahrestemperatur würde sich stark verändern und um ca. vier Grad erhöhen, mit langen trockenen Hitzeperioden im Sommer und milden Wintern mit viel Regen. Darunter würde insbesondere die Landwirtschaft und Gesundheit der Menschen leiden. Der Grundwasservorrat könnte sinken. Schnee dient als Speicher, der bei der Schneeschmelze im Frühjahr die Grundwasservorräte auffüllt. Vermehrter Regen im Winter fließt aber vorrangig in die Meere ab.

In die Studie flossen sowohl statistische, wie dynamische Regionalmodelle ein, die miteinander verglichen wurden. Dynamische Modelle simulieren die Dynamik der physikalischen und chemischen Prozesse in der Atmosphäre. Bei einer statistischen Herangehensweise hingegen werden statistische Zusammenhänge zwischen großräumigen Zirkulationsmustern und lokalen regionalen Wettergeschehen genutzt. Insgesamt 28 regionale Klimaprojektionen wurden berechnet, mit Hauptaugenmerk auf den deutschen Raum. Dabei wurden ebenfalls Unterschiede für die verschiedenen Regionen und deren Zukunftsaussichten deutlich. Bei den pessimistischen Prognosen zeichnet sich ein starkes Nord-Süd-Gefälle ab. Während der Südwesten bei einem Weiter-wie-bisher-Szenario deutlich trockener wird, zeigen sich im Nordosten kaum Veränderungen.

Es könnte auch anders aussehen 

Doch die Forscher stellten dem pessimistischen Szenario auch ein positives Klimaschutz-Szenario gegenüber. Demnach würde sich die Temperatur in Deutschland nur um ca. ein Grad erhöhen, sollten die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele eingehalten werden. Extremwetterereignisse würden weiterhin jährlichen Schwankungen unterliegen und Ausnahme statt Regel bleiben. 

Die Fülle an Regionalmodellen, die in die Studie einflossen, macht jedoch gerade bei den erwarteten Niederschlagsmengen eine genauere Eingrenzung schwierig. Während sich im Klimaschutz-Szenario die prognostizierten Niederschlagsmengen zwischen minus 8,5 Prozent und plus 7,9 Prozent bewegen, sind diese beim Weiter-wie-bisher-Szenario weitaus schwieriger einzuordnen und befinden sich auf einer Bandbreite von minus 22 Prozent bis plus 26 Prozent.

Weit weg von einem positiven Zukunftsszenario

Doch Deutschland wird seine Klimaschutzziele für 2020 deutlich verfehlen, was vor allem der immer noch massiven Braunkohleverstromung zuzuschreiben ist. Doch selbst wenn in Deutschland die Energiewende in ausreichendem Maße forciert würde – für Temperaturerwärmung und extreme Wetterereignisse in den einzelnen Regionen dieser Erde trägt der globale Ausstoß von CO2-Emissionen Verantwortung. Und in den USA ist ein Leugner des Klimawandels an der Macht, der aus dem Pariser Vertrag austritt und die heimische Kohleindustrie wieder ankurbelt. Dabei sind die USA bereits seit langem einer der größten CO2-Ermittenten dieser Erde. Zwar liegt China bei den absoluten Treibhausgasemissionen weit vorne, der Pro-Kopf-Ausstoß ist jedoch weitaus geringer und bedingt durch akute Umweltprobleme findet in Fernost momentan ein radikales Umdenken, hin zu einer Erneuerbaren Energiewende statt. Ein positives Zeichen innerhalb düsterer Zukunftsszenarien.

 

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Quelle    Energiezukunft.eu | mf 2017

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