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10.04.2019

Getreideernte kann weltweiten Bedarf nicht decken

Die Getreideernte wird in diesem Agrarjahr erneut die globale Nachfrage nicht decken können. Davor warnt die Welternährungsorganisation in ihrem aktuellen Bericht. Als Ursache wird unter anderem die Dürre in Europa angeführt.

 

Zum wiederholten Male könnte die Getreideernte nicht ausreichen, um den globalen Bedarf zu decken. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor. Demnach könnte im aktuellen Agrarjahr 2018/19, das traditionell im Herbst beginnt und mit der letzten Ernte im Sommer endet, eine Lücke von 30 Millionen Tonnen in der Getreideversorgung klaffen. Damit würde die Weltbevölkerung zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt mehr verbrauchen als ernten – und somit erneut ein Defizit bei der Getreideversorgung verursachen.

Weltweit erwarten die Experten der Vereinten Nationen in den Jahren 2018 und 2019 eine Gesamternte von 2,66 Milliarden Tonnen Getreide. Obwohl diese Schätzung sogar positiver als noch vor ein paar Monaten ausfällt, liegt sie immer noch 1,8 Prozent unter den Zahlen des Agrarjahrs 2016/17. Der globale Bedarf an Getreide wird hingegen mit 2,68 Milliarden Tonnen prognostiziert und liegt damit 1,1 Prozent über der Vorperiode. Dadurch ergibt sich ein Defizit bei der Getreideversorgung von rund 30 Millionen Tonnen.

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Gründe für ein Defizit

Abgesehen von der gestiegenen Nachfrage, die aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung Jahr für Jahr zunimmt, hat vermutlich auch der Klimawandel einen Einfluss auf die Knappheit bei der Getreideversorgung. Im vergangenen Jahr führte eine heftige Dürre in weiten Teilen Europas zu deutlichen Einbußen bei der Weizenernte. So ist es nicht verwunderlich, dass hierzulande die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse bereits zugelegt haben. Auch im Agrarjahr 2012/13 war bereits eine längere Dürreperiode in den USA hauptverantwortlich für das globale Defizit bei der Getreideversorgung.

Grafik 2

Getreidespeicher sind gut gefüllt

Trotzdem bestehe kein Grund zur Sorge vor Versorgungsengpässen, so die Experten der FAO. Die Getreidespeicher und Lagerhäuser seien ausreichend gut gefüllt, sodass keine Hungersnöte drohen. Einzelne schlechte Erntejahre könnten dadurch problemlos ausgeglichen werden.

Über 100 Millionen Menschen leiden an akutem Hunger

Diese „Entwarnung“ ist jedoch nicht für alle Länder auf der Welt gleichermaßen gültig. So geht aus einem anderen Bericht der FAO hervor, dass auch 2018 noch rund 113 Millionen Menschen auf der ganzen Welt unter einer hohen Ernährungsunsicherheit leiden mussten – trotz voller Getreidespeicher. Damit ist die Zahl zwar im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken, trotzdem sind aber noch weit über 100 Million Menschen betroffen. Durch Klima- und Naturkatastrophen seien 29 Millionen Menschen in akute Nahrungsmittelunsicherheit getrieben worden.

Aufgrund des Defizits bei der Getreideversorgung gehen die UN-Experten davon aus, dass die weltweiten Vorräte sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr schrumpfen werden. Auch sorge die gesteigerte Produktion von Biokraftstoffen sowie ein höherer Fleischkonsum für eine weiter anwachsende Maisproduktion. Dies habe jedoch keinen wesentlichen Auswirkungen auf den Weizenanbau.

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Quelle   Der Bericht wurde von der Redaktion “energiezukunft“ (cw) 2019 verfasst – der Artikel darf nicht ohne Genehmigung weiterverbreitet werden! | energiezukunft | Heft 25 / Herbst 2018 | "Baustelle Energiewende - Was jetzt zu tun ist" | Jetzt lesen | Download

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