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21.12.2018

UNICEF-Foto des Jahres 2018: Jedes Kind zählt!

Die Botschaft des UNICEF-Fotos des Jahres 2018 lautet: Jedes Kind zählt – ganz gleich, wo und unter welchen Bedingungen es geboren wurde, welcher Ethnie oder Religion es angehört, ob es gesund oder krank ist, oder ob es eine Behinderung hat.

Unzählige Kinder auf der Welt werden bis heute wegen ihrer Behinderung vergessen oder gar misshandelt und verstoßen. Der spanische Fotograf Antonio Aragón Renuncio rückt mit seinem Portrait eines kleinen Jungen aus Togo die Tapferkeit und den Optimismus von Kindern trotz schwierigster Lebensumstände in den Fokus.

Auch der zweite Preis und der dritte Preis zeigen, wie verletzlich und gleichzeitig stark Kinder sind. Der aus Bangladesch stammende Turjoy Chowdhury fotografierte staatenlos geborene Babys in einem Flüchtlingscamp der Rohingya, die vor der Gewalt in ihrer Heimat Myanmar fliehen mussten. Mit dem dritten Preis wurde die Reportage der israelischen Fotografin Rina Castelnuovo über einen palästinensischen Jungen aus dem Gazastreifen ausgezeichnet. Der an einer seltenen Krankheit leidende Muhi kann nur in Israel überleben, wo es medizinische Hilfe gibt. 

„Kinder haben oft die Kraft, auch in schwierigsten Situationen nach vorne zu schauen, dem Leben weiter zu vertrauen,“ erklärte Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland bei der Preisverleihung in Berlin. „Das Foto des kleinen Jungen mit den Beinprothesen erzählt von der Selbstverständlichkeit und der Hoffnung mit der er sein Leben lebt – trotz Armut und Diskriminierung. Sein Blick fordert uns regelrecht auf: Helft mit, damit jedes Kind eine faire Chance im Leben bekommt.“

„Das UNICEF-Foto des Jahres 2018 steht für unzählige vergessene Kinder auf der Welt. Es ist ein Appell an uns, hinzuschauen und uns dafür einzusetzen, dass sämtliche Kinder, auch jene mit angeborenem oder von Krieg oder Hunger verursachtem Handicap umsorgt und mit Würde aufwachsen können“, sagte Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland.

„Aus aller Welt reichten erstklassige Fotografen in diesem Jahr über 100 Reportagen ein. Sie behandeln zentrale Themen im Leben von Kindern auf diesem Planeten: Klimawandel, Krieg, Ausbeutung, Trauer, Freundschaft oder schlicht die Sehnsucht nach einer Kindheit“, erklärte der Vorsitzende der Jury, Prof. Klaus Honnef. „Die Bilder halten eindrücklich, symbolisch oder faszinierend die Geschichten hinter den Fotos fest und bringen sie dem Betrachter nahe.“

Der erste Preis: Gerüchte, Mythen und verzerrte Vorstellungen bestimmen die Gedanken vieler Menschen, wenn sie auf körperlich oder geistig behinderte Kinder treffen. In Westafrika werden diese Kinder nicht selten von ihren Familien verstoßen oder gar misshandelt. Das „Saint Louis Orione-Zentrum“ in Bombouaka, im nördlichsten Teil von Togo, ist ein Zufluchtsort für sie. Etwa 70 Jungen und Mädchen finden hier ein sicheres Zuhause, werden medizinisch versorgt, können spielen, werden nicht als minderwertig angesehen. Eines dieser Kinder: der Junge mit den Beinprothesen, den der spanische Fotograf Antonio Aragón Renuncio bei einem seiner regelmäßigen Besuche in dem Zentrum porträtierte. Weltweit wachsen über 93 Millionen Kinder mit einer mittleren bis schweren Behinderung auf. Damit auch diese Kinder etwas zählen, müssen sie gesehen werden, fordert UNICEF. Antonio Aragón Renuncio hat das beherzigt.

Der zweite Preis des internationalen Fotowettbewerbs von UNICEF Deutschland dokumentiert das Schicksal von Neugeborenen der ethnischen Minderheit der Rohingya. Sie werden weder von Myanmar noch von Bangladesch als Staatsbürger anerkannt – geboren auf der Flucht, ohne Geburtsurkunde. Fotograf ist der aus Bangladesch stammende Turjoy Chowdhury.

Der dritte Preis erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen über die Grenzen des Nahostkonflikts hinweg. Der inzwischen neunjährige Mohammed leidet an einer seltenen Autoimmunkrankheit. Im Gazastreifen, wo er geboren wurde, ist diese nicht behandelbar. Als Säugling mussten seine Eltern ihn in medizinische Obhut nach Israel geben. Wegen einer Infektion verlor er Unterarme und Unterschenkel. Seit 2013 begleitete die israelische Fotografin Rina Castelnuovo Muhammed und seine Familie und drehte zuletzt einen Dokumentarfilm über „Muhi“.


Zehn weitere Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor:

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Quelle   UNICEF 2018

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